Ärzte Zeitung, 04.07.2008

Telemedizinische Überwachung in Bad Segeberg

Vertrag zur Herzinsuffizienz

BAD SEGEBERG (di). AOK Schleswig-Holstein und die Segeberger Kliniken Gruppe forcieren die telemedizinische Überwachung von Patienten mit Herzinsuffizienz. Niedergelassene Ärzte erhalten über die Klinik ausgewertete Daten, sobald ein Patient behandlungsbedürftig wird.

An dem landesweiten Programm kann jeder AOK-Versicherte mit diagnostizierter Herzinsuffizienz teilnehmen. Es umfasst eine Anamnese in Klinik oder Praxis, bei der Höchstwerte für Gewichts- und Blutdruckwerte festgelegt werden.

Geschulte Mitarbeiter eines ambulanten Pflegedienstes statten die Teilnehmer in ihrer Wohnung mit Waage, Blutdruckmessgerät und EKG aus und weisen sie in die Bedienung ein. Die Geräte gehören der Klinik, werden von der Krankenkasse für ein Jahr ausgeliehen und den Teilnehmern zur Verfügung gestellt.

Die Patienten messen täglich ihre Werte, zusätzlich wird einmal pro Woche ein EKG aufgezeichnet. Gewicht und Blutdruck werden per Funk, die EKG-Daten über ein Modem an die Segeberger Klinik gesendet, wo sie direkt von einem Kardiologen ausgewertet und in eine elektronische Fallakte integriert werden.

Bei Überschreitung der festgelegten Grenzen leitet die Klinik die Daten an den niedergelassenen Arzt weiter. Gleichzeitig wird der Patient angesprochen, dass er den Arzt aufsuchen sollte. Nach Auskunft der Klinik ist die Nachfrage der Versicherten auf das neue Angebot hoch.

Die niedergelassenen Ärzte erhalten für die Anamnese eine Einschreibegebühr von 25 Euro, jede weitere Untersuchung wird extrabudgetär nach EBM von der Klinik bezahlt. Rund 200 niedergelassene Ärzte beteiligen sich nach Auskunft des Krankenhauses.

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