Ärzte Zeitung, 24.06.2009

Bei der apoBank geht Liquidität vorerst vor Rentabilität

Operativ war das Jahr 2008 für die apoBank erfolgreich. Schwierig war es am Kapitalmarkt.

Von Hauke Gerlof

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank hat operativ im vergangenen Jahr das beste Ergebnis in ihrer Geschichte erzielt, vor allem dank eines gestiegenen Zinsüberschusses. Insgesamt habe sich ein operatives Ergebnis in Höhe von rund 316 Millionen Euro ergeben, sagte der zum Monatsende scheidende Vorstand Günter Preuß auf der Vertreterversammlung der Genossenschaftsbank in Düsseldorf (wir berichteten).

Auch die apoBank habe in der Krise "Federn lassen müssen", gab Preuß vor den Vertretern zu, man habe dennoch ein achtbares Ergebnis erreicht, und: "Für unsere Kunden blieb Kreditklemme ein Fremdwort", so Preuß. Die Neuausleihungen für Darlehen zur Existenzgründung, zur Finanzierung von Immobilien, Gesundheits-Projekten und weiteren Investitionen seien um beinahe 17 Prozent auf 3,8 Milliarden Euro gestiegen.

Die Höhe der neuen Darlehen stieg um 17 Prozent.

Das gute operative Ergebnis habe dazu beigetragen, dass die Bank die hohe Risikovorsorge von 244 Millionen Euro schultern konnte, sagte Preuß weiter. Durch den Ausfall von Lehman Brothers und von isländischen Banken habe die apoBank rund 200 Millionen Euro abschreiben müssen. Preuß: "Das war nicht hoch spekulativ, sondern es ging um Termingeld und um Festgeld, und alles mit erstklassigem Rating."

Zusätzlich zu den dauerhaften Wertkorrekturen, die die Bank aus eigener Kraft habe schultern können, gebe es Papiere in Höhe von etwa 137 Millionen Euro, die nur temporär im Wert zu korrigieren seien. Das seien Papiere, die von den Schuldnern zwar weiter bedient würden, aber derzeit am Markt keinen Wert mehr haben. Für diese Papiere habe die Bank Rückstellungen aufgelöst und die Wertkorrekturen so "neutralisiert", erläuterte Preuß.

Dennoch habe die Bank aus der Krise ihre Lehren gezogen, so Preuß: "Wir glaubten, die geringer werdenden Margen durch gehebelte Produkte auszugleichen." Dabei habe man "die schicksalhafte Abhängigkeit von intakten, liquiden Märkten unterschätzt. Wir haben daraus gelernt", betonte Preuß. Im Augenblick gehe die Liquidität der Bank vor Rentabilität - die Refinanzierung sei gesichert. Der bisherige Geschäftsverlauf 2009 lasse dennoch ein Ergebnis etwa in Höhe des Vorjahres erwarten. Sehr erfreulich und ein klarer Vertrauensbeweis in der Krise sei die Entwicklung der Zahl der Kunden gewesen, sagte Preuß weiter. Die apoBank habe 12 500 neue Kunden gewonnen und betreue damit jetzt insgesamt gut 319 000 Kunden im Gesundheitswesen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »