Ärzte Zeitung, 15.06.2011

Immobilien und Baufinanzierung
Folge 1: Der Immobilienmarkt in Deutschland

Immobilien - oft ein Stabilitätsanker in der Krise

Deutsche Immobilien sind in der Finanzkrise eine relativ sichere Bank gewesen. Im Aufschwung ist zu erwarten, dass die Preise vielerorts anziehen werden, je nach Region und Lage. Dabei ist die Finanzierung nach wie vor sehr günstig.

Immobilien - oft ein Stabilitätsanker in der Krise

Bei guter Lage und guter Bausubstanz sind die Immobilienpreise in Deutschland stabil geblieben.

© Deutsche Bank

FRANKFURT AM MAIN (ger). Wenn es an den Finanzmärkten rund geht, die Kurse nach oben schießen oder in den Keller fallen, dann sind Immobilien oft der ruhende Pol. So ist es auch im Zuge der weltweiten Finanzkrise in den letzten drei Jahren gewesen. Ausgangspunkt waren zwar geplatzte Immobilienblasen, vor allem in den USA und in Spanien.

Doch einige Immobilienmärkte, darunter auch der in Deutschland, sind vergleichsweise gut durch die Krise gekommen: Zwar sind vor allem die Transaktionen mit gewerblichen Immobilien 2009 eingebrochen, aber die Preise für Immobilien insgesamt blieben relativ stabil.

Sie sind nach Untersuchungen der Deutsche Bank Research in einigen Regionen bei guter Lage sogar gestiegen, zum Beispiel in Ballungsräumen wie Hamburg oder auch in Universitätsstädten wie Freiburg im Breisgau oder Trier.

Das hat mehrere Gründe:

  • Die Neubautätigkeit ist seit Jahren sehr verhalten gewesen. Dazu hat unter anderem beigetragen, dass die Eigenheimzulage gestrichen wurde.
  • Anders als in den USA oder Spanien sind die Finanzierungen von Wohneigentum überwiegend solide, der Markt wird daher aktuell nicht durch Notverkäufe belastet.
  • Die Mietrenditen sind relativ hoch und stabil, es gibt keine Blase, die platzen könnte. Zudem sind die Zinsen weiterhin vergleichsweise niedrig.
  • Gesellschaftliche und demografische Trends führen dazu, dass der Bedarf an zusätzlich benötigten Wohnungen trotz schrumpfender Bevölkerung derzeit etwas stärker zunimmt als das Wohnungsangebot. "Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Haushalte in Deutschland um über zwei Millionen gestiegen, und wir rechnen mit weiteren Zuwächsen", sagt Dr. Tobias Just, Leiter Branchen- und Immobilienmarktanalyse der DB Research. Zudem wachse, so die Prognosen, die Nachfrage nach altersgerechten Immobilien.

Alle Faktoren zusammen führen dazu, dass für sehr viele Menschen die Investition in Immobilien derzeit relativ erschwinglich ist. DB Research hat einen Erschwinglichkeitsindex entwickelt, der die regionale Entwicklung von Einkommen, Immobilienpreisen und Zinsen berücksichtigt.

Da die Preise zuletzt stabil geblieben, die Einkommen dagegen leicht gestiegen sind, die Zinsen aber immer noch sehr niedrig liegen, sind Zins- und Tilgungszahlungen im Verhältnis zum Einkommen relativ leicht zu tragen. "Das gilt letztlich auch für niedergelassene Ärzte. Die Honorare sind in den vergangenen zwei Jahren im Durchschnitt gestiegen", sagt Caroline Roos, Leiterin Heilberufeberatung der Deutschen Bank.

Je nach Motiv für den Immobilienkauf ergeben sich ganz unterschiedliche Bedürfnisse, sagt Roos. Wer sich ein Haus oder eine Wohnung kauft, um selbst einzuziehen, werde vor allem das Zinsniveau berücksichtigen. Das Eigenheim sei dabei auch als Teil der Altersvorsorge zu sehen.

Fördermöglichkeiten wie Wohn-Riester stehen niedergelassenen Ärzten allerdings nur zu, wenn sie einen Partner haben, der im Angestelltenverhältnis arbeitet. Kapitalanleger sind dagegen von anderen Faktoren geleitet: "Für sie steht die Mietrendite im Vordergrund. Zudem wirken Immobilien als Beimischung im Vermögen stabilisierend. Weitere Faktoren sind der Inflationsschutz sowie die Finanzierungsmöglichkeiten", erläutert Roos.

Die unterschiedlichen Motive für den Kauf von Immobilien führen zu ganz individuellen Finanzierungsmodellen.

Die heute beginnende Serie zu Immobilien zeigt, worauf Eigenheimer und Kapitalanleger beim Kauf achten sollten und wie sie die optimale Finanzierung finden.

Die Serie ist entstanden in Kooperation mit der Deutschen Bank. Haben Sie Fragen zum Thema Immobilienfinanzierung? Kontakt: www.deutsche-bank.de/baufinanzierung

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Weitere Beiträge zur Serie:
"Immobilien und Baufinanzierung"

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