Ärzte Zeitung, 04.07.2011

Anlagen-Kolumne

Wahrscheinlichkeit einer markttechnischen Erholung steigt

Die Skepsis der Investoren am Markt hat zugenommen. Es ist daher ratsam, auf substanzstarke Aktien zu setzen und sich etwas Pulver trocken zu halten.

Von Jens Ehrhardt

Wahrscheinlichkeit einer markttechnischen Erholung steigt

Die antizyklischen Einstiegssignale rücken näher. Die Skepsis der Marktteilnehmer hat im vergangenen Monat zugenommen. Kein Wunder vor dem Hintergrund der schier unlösbaren Probleme, welche die Märkte derzeit bewegen.

Die Ursache der heutigen Extremprobleme sowohl in den USA, als auch in Europa, ist auf die enorme Verschuldung zurückzuführen. Die Verantwortlichen sind aus nachvollziehbaren, aber nicht verantwortungsvollen Gründen nicht an rationalen Lösungen interessiert. Hierfür wären unangenehme Reformen notwendig, die die Wiederwahl eines jeden Politikers gefährden würde.

Entsprechend werden die Probleme mit den verschiedensten Tricks in die Zukunft verschoben. Für den Anleger ist dies insofern problematisch, dass sowohl das wirtschaftliche Wohl, als auch die Aktienkurse in zunehmendem Maße von Politikern bestimmt werden. Gewinnentwicklungen, Fundamentaldaten und Zinsen werden zweitrangig.

Die monetären Lockerungen sind in den USA mit Ablauf des ersten Halbjahres vorerst ausgelaufen. Es kann allerdings davon ausgegangen werden, dass neue Maßnahmen nicht lange auf sich warten lassen, wenn sich abzeichnet, dass der Konjunkturaufschwung nicht selbsttragend ist. Der Großteil der institutionellen Investoren rechnet damit allerdings nicht mehr in diesem Jahr.

Umso größer wäre das daraus entstehende positive Überraschungspotenzial. Solches Überraschungspotenzial hat sich an anderer Stelle inzwischen auch in den Märkten aufgebaut, denn - wie erwähnt -hat die Skepsis der Investoren zugenommen.

Der hohe Optimismus vom Jahresbeginn ist inzwischen weitgehend abgebaut. Damit würden mittlerweile genügend Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, wenn es wider Erwarten doch mit den Kursen nach oben gehen würde. Diese Anleger wären dann potenzielle Anschlusskäufer.

Schließlich muss immer die Frage gestellt werden, wer als nächster Käufer in Frage kommt, wenn man ein Investment tätigt. Es muss aber auch berücksichtigt werden, dass es bislang weder einen Ausverkauf noch wirkliche Panik unter den Investoren gegeben hat.

Idealerweise würde sich so ein Ausverkauf noch durch irgendein unvorhersehbares Ereignis anschließen, um zu einer gesunden Bereinigung zu führen. Bis dahin ist es ratsam, substanzstarke Aktien zu kaufen und etwas Pulver trocken zu halten.

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