Ärzte Zeitung online, 31.12.2013

Börse

Sektlaune zum Jahreswechsel

Geld ist billig, die Zinsen sind mau - das trieb den Dax 2013 auf den Höchststand. Dax-Gewinner sind Brückenbauer zwischen IT und traditionellem Geschäft. Bleibt die Frage: Schafft der Leitindex 2014 die 10.000 Punkte?

FRANKFURT/MAIN. Die Börsen sind weltweit im Höhenrausch, der Dax rast auf Rekordniveau, und alte Namen erstrahlen im neuen Glanz: Die Spitzenreiter im deutschen Börsenolymp heißen 2013 Continental, Deutsche Post und Daimler.

Die Profi-Anleger zog es in Zeiten des billigen Geldes an die Aktienmärkte. Der Dax schloss am letzten Handelstag bei 9552,16 Punkten und damit knapp unter seinem Rekordstand vom Vortag. Die einzelnen Werte entwickelten sich aber unterschiedlich - wer fiel ab, und wer steht ganz oben?

Die Gewinnerliste wird angeführt von Continental (+82 Prozent). Der Autozulieferer aus Hannover profitiert vor allem vom Megatrend Autoelektronik.

Conti versteht sich als Brückenbauer zwischen automobiler Welt und IT-Industrie.

Auf Rang 2 folgt die Deutsche Post (+60 Prozent). Auch dem Bonner Konzern kam die "New Economy" zugute: Der Logistikkonzern konnte sein Geschäft dank des Booms im Online-Handel ausbauen.

Daimler wieder auf der Überholspur

Daimler folgt auf dem dritten Platz (+52 Prozent). Beim Autobauer wirkten sich das überraschend schnell greifende Sparprogramm und die erweiterte Modellpalette positiv aus.

Am stärksten verkauft wurden dagegen die Aktien von K+S (-36 Prozent), der massive Preisverfall bei Kalidünger nach dem Ende des weltgrößten Kali-Kartells wirkte sich hier aus.

Gesunkene Kautschukpreise drückten auf die Gewinne des Spezialchemiehersteller Lanxess (-27 Prozent). Im vergangenen Jahr gehörte das Unternehmen noch zu den großen Gewinnern im Dax.

Beim Energiekonzern RWE (-15 Prozent) belastete die geringere Auslastung der Kohle- und Gaskraftwerke im Zuge der Energiewende in Deutschland.

Unter dem Strich: Partystimmung

Unter dem Strich aber herrschte im Börsenjahr 2013 Partystimmung: Der Dax legte 25,5 Prozent zu - was allerdings trotz des Bestwertes von mehr als 9500 Punkten keineswegs die Spitze ist: In den Jahren 1993 und 1997 gab es ein Plus von jeweils rund 47 Prozent.

Die Anleger bewegt indes vor allem die Frage: Was folgt auf das Rekordjahr, wie wird 2014? Das kann natürlich niemand präzise vorhersagen. Viele Aktienstrategen trauen dem Dax aber weitere Rekorde zu.

Die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Anfang bis Mitte Dezember 15 Kreditinstitute nach ihren Erwartungen. Im Schnitt gehen die Fachleute von einem Sprung über die Marke von 10.000 Punkten aus.

Festgeld wirft weiterhin nicht viel ab

Denn nach wie vor haben Anleger auf der Suche nach Zinsen wenig Möglichkeiten. Festgeld oder Staatsanleihen werfen nicht mehr viel ab. Die Aussichten für die Konjunktur in Deutschland und die Gewinne der hiesigen Unternehmen sind gut. Doch bleiben auch Risiken: Wirkt die Euro-Schuldenkrise - zumindest unterschwellig - weiter?

Und: Welche Geldpolitik betreibt die US-Notenbank Fed künftig?

Unterm Strich könnten Aktien Anlegern also auch 2014 gute Laune bereiten. Aber sicher ist das wie immer bei Börsenprognosen natürlich nicht. (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »