Ärzte Zeitung, 25.06.2008

TietoEnator verabschiedet sich vom Gedanken an weitere Übernahmen

Finnischer KIS-Anbieter durchläuft schwierige Zeiten  /  Neuer Healthcare-Chef im Amt

BERLIN (gvg). Seit Anfang Juni hat die Healthcare-Sparte des finnischen IT-Konzerns TietoEnator einen neuen Vorstand. Für die deutschen Klinikkunden ändert sich dadurch jedoch nichts an dem schon vorgestellten Migrationsplan für die KIS-Systeme.

Der neue Chef des Sektors Healthcare&Welfare bei TietoEnator ist Arto Ryymin, der dem Unternehmen seit zwanzig Jahren angehört. Er war seit 2007 Stellvertreter des bisherigen Bereichsvorstands. Als Verantwortlicher für Forschung und Entwicklung war er in die Übernahmen der drei deutschen KIS-Hersteller ITB, Cymed und Waldbrenner vor gut drei Jahren involviert.

Der Börsenkurs hat sich halbiert.

Im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" sagte Ryymin, dass er den Integrationsprozess der drei Unternehmen mit dem finnischen Mutterkonzern auf gutem Wege sehe: "Wir wussten, dass es einige Zeit dauern würde. Natürlich sähe es ein Manager immer lieber, wenn die Dinge noch schneller gingen, aber man muss realistisch sein."

An dem auf der Medica 2007 präsentierten Fahrplan für die Migration der verschiedenen KIS-Systeme auf das neue, service-basierte Produkt iMedOne ändere sich durch den Stabwechsel nichts, so Ryymin mit Blick auf die circa 200 deutschen Kunden des Unternehmens. Ziel sei es, den Migrationsprozess in den kommenden Jahren über die Bühne zu bringen.

Weitere Übernahmen von KIS-Herstellern, wie TietoEnator sie noch vor zwei Jahren angekündigt hatte, sind mittlerweile unwahrscheinlich geworden. "Wir wollen vor allem organisch wachsen und die Geschäftsbeziehungen zu den bestehenden Kunden stärken", so Ryymin. Die Zurückhaltung dürfte auch darin begründet liegen, dass TietoEnator derzeit schwierige Zeiten durchläuft. Der Aktienkurs hat sich in anderthalb Jahren halbiert. Das Unternehmen ist Gegenstand von Übernahmegerüchten. Jüngst scheiterte eine Übernahme durch einen Investmentfonds nur knapp.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »