Ärzte Zeitung, 29.08.2008

Klinik haftet nicht für Infektion mit Hepatitis C

MÜNCHEN (juk). Auch wenn sich ein Patient mit Hepatitis C infiziert, muss das Krankenhaus dafür nicht unbedingt haften. Das hat das Landgericht München I entschieden.

Im konkreten Fall hatte sich eine Frau in einer Münchener Klinik einer Darmoperation unterzogen. Nach der Entlassung wurde bei ihr eine akute Hepatitis-C-Infektion festgestellt. Das Krankenhaus sollte ihr dafür Schadenersatz zahlen.

Das Landgericht wies die Klage jedoch ab. Nach den Feststellungen des Sachverständigen habe sich die Patientin zwar in der Klinik angesteckt. Daraus sei aber noch nicht zu schließen, dass dort Hygiene-Standards verletzt wurden. In der Medizin, heißt es in der Pressemitteilung des Gerichts, sei es nämlich immer noch "ein Rätsel, auf welchem Wege - außer etwa durch Blutkontakt - Hepatitis C übertragen wird. Auch in diesem Fall konnte der Übertragungsweg nicht geklärt werden." Das Infektionsrisiko sei deshalb für die Klinik nicht voll beherrschbar gewesen.

Urteil des Landgerichts München I, Az.: 9 O 13805/05; nicht rechtskräftig

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Abstimmung über Trumps Gesundheitsreform verschoben

Die Republikaner haben nicht genügend Stimmen für die Abschaffung von "Obamacare" zusammen, verschieben die Abstimmung im Kongress. Trump muss warten - das kann ihm nicht schmecken. Aber das Weiße Haus macht Druck. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »