Ärzte Zeitung, 23.07.2013

Kommentar zu Kliniken

Schwarzmalen nach Zahlen

Von Matthias Wallenfels

Zahlenjongleure haben anscheinend wieder Hochkonjunktur. So bezifferte die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi vor Kurzem den Investitionsstau in deutschen Kliniken auf 56 Milliarden Euro.

Jetzt kommt der aktuelle Gesundheitsreport des Analysehauses HPS Research auf 40 Milliarden Euro für die kommunalen und freigemeinnützigen Häuser - unter der inhärenten Prämisse, dass es an privaten Krankenhäusern schon aus Eigeninteresse nicht an Investitionen vor allem in moderne Medizintechnik mangelt.

Je nach Berechnungsart schwirren noch mehr Zahlen durch das Universum der Investitionsdefizit-Detektive aller Couleur und Brancheninteressen. Je nach Absender gibt es dann auch richtungsweisende Empfehlungen.

Was dabei zu oft aus dem Blickfeld gerät, ist, dass die privaten Klinikbetreiber bereits heute zeigen, wie der Markt funktioniert. Sie setzen auf modernste Technik und Effizienz.

Ist da die Verlockung für Träger kommunaler und freigemeinnütziger Kliniken nicht groß, ihre Häuser in die Arme profitabler Privater zu treiben? Anscheinend noch nicht - teils aus lokalpolitischen Interessenverquickungen.

Lesen Sie dazu auch:
Die Börse ruft: Kliniken im Umbruch

[23.07.2013, 09:47:01]
Dipl.-Psych. Roland Arnhold 
Pest oder Cholera?
Wer Rechtsformänderung in öffentlicher Hand, dann Privatisierung und noch ein paar Jahre später Weiterverkauf einer Klinik z.B. als Mitglied in Aufsichtsgremien miterlebt hat, weiß: Erfolgreiches effizientes Führen eines Krankenhauses ist keine Sache von öffentlich oder privat.
Sondern von Engagement und Weitsicht der Eigentümer.
Und da sind öffentliche Proporz-Hörigkeit und privater Profit-Primat ziemlich gleich schädlich.  zum Beitrag »

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