Ärzte Zeitung online, 26.08.2015

BSG

Sturz in der Klinik - Vorsicht bei Kodierung!

KASSEL. Stürzt ein Patient im Krankenhaus, darf dieses nicht die dabei erlittenen Knochenbrüche als Hauptdiagnose kodieren. Vielmehr bleibt es für die Abrechnung bei der Krankheit, deretwegen der Patient aufgenommen wurde, wie das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschied.

Im entschiedenen Fall war die 85-jährige Patientin wegen sekundärer Rechtsherzinsuffizienz behandelt worden. Während ihres Klinikaufenthalts stürzte sie zwei Mal und brach sich dabei einen Oberschenkel sowie den elften Brustwirbel. Das Krankenhaus kodierte in seiner Abrechnung die Brustwirbelfraktur als Hauptdiagnose.

Durch Datenabgleich mit der Unfallversicherung erfuhr die Kasse, dass die Brustwirbelfraktur erst durch einen Sturz in der Klinik entstanden war. Sie meinte, es sei nur die Behandlung der Rechtsherzinsuffizienz zu vergüten und rechnete die überzahlte Vergütung mit einer anderweitigen Forderung auf.

Dies hat das BSG nun bestätigt. Das Krankenhaus habe die Fraktur des Brustwirbels nicht als Hauptdiagnose kodieren dürfen, "weil die Versicherte die Fraktur erst während des stationären Aufenthalts erlitt", heißt es in dem inzwischen schriftlich veröffentlichtenUrteil. (mwo)

Urteil Bundessozialgericht Az.: B 1 KR 34/13 R

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