Ärzte Zeitung online, 06.06.2016

Nach Kritik

Asklepios wehrt sich gegen BÄK-Vorwürfe

Offensiv begegnet der Klinik-Konzern Asklepios den Vorwürfen von BÄK-Präsident Frank Ulrich Montgomery.

HAMBURG. Der private Klinik-Konzern Asklepios hat die Vorwürfe von Bundesärztekammer-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery über vermeintlich schwierige Arbeitsbedingungen von Ärzten in den Kliniken des Konzerns zurückgewiesen.

Montgomery hatte Asklepios nach einer Diskussion auf dem Deutschen Ärztetag über die Balance zwischen Medizin und Ökonomie sowie über vertraglich festgehaltene ökonomische Anreize für Ärzte kritisiert und eine "Hire-and-fire-Mentalität" beklagt.

 Auch Professor Fred Weiser vom Verband Leitender Krankenhausärzte (VLK) hatte wie berichtet auf dem Ärztetag die Arbeitsbedingungen aufgegriffen und die Praktiken eines "großen Hamburger Klinikbetreibers" an den Pranger gestellt. Anschließend war die Kritik in einigen Medien vertieft worden.

Asklepios reagierte am Montag mit einem Pressegespräch, in dem sich auch führende Ärzte aus dem Konzern zum Thema äußerten - sie können die Vorwürfe nach Angaben eines Sprechers nicht nachvollziehen.

"Viele unserer Ärzte sind über die Äußerungen des Bundesärztekammer-Präsidenten empört und fühlen sich persönlich angegriffen", sagte ein Asklepios-Sprecher anschließend der "Ärzte Zeitung".

Er stellte klar, dass Ärzte bei Asklepios keine ökonomischen Vorgaben erhalten. "Wir orientieren uns an den Vorgaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft", sagte er. Zugleich sprach er von wettbewerbsverzerrenden Äußerungen, die in Zusammenhang mit Asklepios gefallen seien.

Asklepios verwies in diesem Zusammenhang auch darauf, dass sich viele Ärzte ganz gezielt beim Konzern bewerben. "Wenn es so schlimm wäre wie behauptet, würden uns doch viel mehr Ärzte verlassen" so der Sprecher.

Montgomery, der auch Präsident der Hamburger Ärztekammer ist, hatte auch bei früheren Gelegenheiten schon anklingen lassen, dass er die Arbeitsbedingungen von Ärzten bei Asklepios kritisch sieht. Das Hamburger Abendblatt hatte Montgomery kürzlich mit dem Satz zitiert: "So wie bei Asklepios kann man nicht mit Ärzten umspringen." (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Weiterbildung auch mit Kind zügig möglich - im Verbund!"

Eine strukturierte Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt für die "Ärzte Zeitung" auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »