Ärzte Zeitung, 06.11.2013

Innovationen

BVMed beklagt Hürden

Straffere Prozesse durch verbindliche Zeitvorgaben: Der Bundesverband Medizintechnologie hat einen Forderungskatalog an die neue Regierung aufgestellt.

Von Sunna Gieseke

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Für den BVMed ein Beispiel für Innovationen, die es schwer haben: Kapseln zur Endoskopie.

© BVMed-Bilderpool

BERLIN. Zu langsam, zu viele Hürden und immer schlechtere Rahmenbedingungen: Der Zugang der Patienten in Deutschland zu medizintechnologischen Innovationen werde zunehmend schlechter. Das hat der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) am Dienstag in Berlin kritisiert.

Vor allem müsse der Prozess von der Marktzulassung bis zur Erstattung eines Medizinproduktes in der ambulanten Versorgung deutlich beschleunigt werden, sagte Dr. Meinrad Lugan, Vorstandsvorsitzender des BVMed.

"Von der Pole-Position gestartet, landen wir im Rennen im Mittelfeld und müssen aufpassen, dass wir nicht nach hinten durchgereicht werden", kritisierte Lugan.

Eine große Hürde sei zum Beispiel der lange Prozess, bis Innovationen in den Leistungskatalog der GKV aufgenommen würden. Bei der Kapselendoskopie - die weltweit als Standard zur Untersuchung des Dünndarms angesehen werde - habe das mehr als drei Jahre gedauert.

Auch viele Unternehmen wünschen sich schnellere Entscheidungswege in der gesetzlichen Krankenversicherung. Das ergab eine Mitgliederbefragung des BVMed. Etwa 110 Unternehmen beantworteten die 17 Fragen des Verbandes.

Straffere Prozesse für den GBA

Kritik übte der Verband auch an den Krankenkassen: Mit dem Thema Nutzenbewertung bauten die Kassen eine zusätzliche Bremse für Innovationen ein. "Wir wehren uns nicht gegen Nutzenbewertung. Sie muss aber sachgerecht sein", forderte BVMed-Chef Lugan.

Vor allem müsse sie ein differenziertes Vorgehen bei Medizinprodukten nach Risikoklasse und Modifikationsgrad ermöglichen.

Die Erwartungen an die neue Bundesregierung seitens der Medizintechnologie-Branche sind hoch. "Deutschland muss als Leitmarkt und Kompetenzzentrum Gesundheit und Medizintechnik wieder gestärkt werden", so Lugan.

Dazu müsse zum Beispiel die Benennung und Überwachung der Benannten Stellen verbessert werden. Auch die Kontrolle der Hersteller könne verstärkt werden.

Der Gemeinsame Bundesausschuss benötige zudem verbindliche Fristen und Zeitvorgaben, damit die Prozesse gestrafft werden könnten, so Lugan. Darüber hinaus forderten die Vertreter des BVMed, dass MedTech-Innovationen gefördert statt behindert werden.

"Wir brauchen ausreichend finanzielle Förderung von Innovationen und klinischen Studien durch einen Innovationsfonds", so Lugan. Nur so könne eine qualitativ hochwertige Versorgung für die Patienten sichergestellt werden.

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