Ärzte Zeitung, 22.04.2013

Spessart

Wie Ärzte und MVZ warm geworden sind

Wenn Ärzte und MVZ zusammenarbeiten sollen, knirscht es nicht selten. So auch im Spessart: Dort haben das Ärztenetz und die Main-Kinzig-Kliniken nach anfänglichen Vorbehalten allerdings einen Modus vivendi gefunden.

Von Sabine Schiner

mvz-huette-A.jpg

Ein Haus voller Ärzte.

© Andy Dean / Getty Images / iStockphoto.com

BAD ORB. Niedergelassene Ärzte sind in der Regel nicht gut auf Medizinische Versorgungszentren zu sprechen. Auch unter den Mitgliedern des Ärztenetzes Spessart gab es anfangs Vorbehalte. "Letztlich haben sich die Vernünftigen durchgesetzt", so Netzmanager Edmund Fröhlich.

Etwa 50 Haus- und Fachärzte sind im Ärztenetz Spessart zusammengeschlossen. Die Main-Kinzig-Kliniken GmbH ist mit 18 Fachabteilungen, 700 Betten und zwei Facharztzentren für die Versorgung von mehr als 200.000 Menschen im Main-Kinzig-Kreis zuständig.

Die Annäherung begann mit regelmäßigen Treffen. "Der runde Tisch diente dem Erfahrungsaustausch und förderte das Verständnis für die unterschiedlichen Interessenlagen", so Fröhlich.

Die Ärzte beschlossen, gemeinsam eine wohnortnahe Versorgung zu organisieren. Die MVZ-Ärzte wurden Mitglieder der Ärztegenossenschaft, Netzvorstand Dr. Ulrich Dehmer ist im Aufsichtsrat der Main-Kinzig-Kliniken GmbH vertreten.

Frei werdende ambulante Arztsitze werden nur dann von den beiden MVZ übernommen, wenn sich kein niedergelassener Arzt findet. Ein Ergebnis der Kooperation ist die Verbundweiterbildung für Allgemeinmedizin, die vor drei Jahren gestartet wurde.

An Ideen zu Projekten mangelt es den Netzärzten nicht. Es sei vorstellbar, dass das Netz sich zu einem regionalen Vollversorger entwickelt, so Fröhlich. "Aber das ist noch ein weiter Weg."

Einige Voraussetzungen, wie verbindliche Regelungen untereinander sowie ein ärztliches und kaufmännisches Netzmanagement seien etabliert. "Zudem ist eine einheitliche und nachprüfbare Qualität nötig, daran arbeiten wir." (ine)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Leuchtturm Spessart

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »