Ärzte Zeitung, 09.06.2008

Nordrhein will Gesundheitskarte offline testen

KV-Chef Hansen sieht Datenschutz und -sicherheit als Maßgabe bei der weiteren Entwicklung der eGK 

KÖLN (iss). Die elektronische Gesundheitskarte (eGK) könnte mit Offline-Funktionen großflächig in nordrheinischen Praxen getestet werden - allerdings nur, wenn mehrere Voraussetzungen erfüllt sind.

"Wir brauchen ein geordnetes, schrittweises und sicheres Verfahren, das sauber finanziert ist und unbürokratisch umgesetzt wird", sagt der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNo) Dr. Leonhard Hansen.

Einem Test der Karte in ihrer Basisfunktion - also vor allem mit dem Foto - stehe nach der Beschlussfassung der KVNo-Vertreterversammlung nichts entgegen, berichtet Hansen. Allerdings müsse vor der Ausstattung der Praxen mit den Lesegeräten und den Kartenterminals die Finanzierung sichergestellt sein. Und es müsse klar sein, dass wie vorgesehen die weiteren Regionen nach und nach folgen werden. "Wir wollen nicht damit anfangen, und dann tut sich nichts mehr."

An eine Arbeit mit der Karte in der Online-Funktion sei im Moment ohnehin nicht zu denken, sagt der KVNo-Chef. Dafür gebe es noch viel zu viele Unwägbarkeiten. "Das oberste Gebot bei der Weiterentwicklung müssen der Datenschutz und die Datensicherheit sein." Die Erfahrungen der Ärzte aus den Tests müssten unbedingt in die Weiterentwicklung einfließen.

Sollte sich der Rollout in Nordrhein verzögern, liege das nicht an der Ärzteschaft, betont Hansen. Die Kassen haben das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium aufgefordert, die Vorbereitung des Tests in Nordrhein zu moderieren, sagt der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg Wilfried Jacobs. "Wir brauchen eine klare Aussage der Krankenhäuser und der Zahnärzte, dass sie sich beteiligen." Jacobs geht davon aus, dass sich das Ministerium kurzfristig einschalten wird: "Wenn alle eingeschworen sind, dann sind auch die Krankenkassen dabei."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »