Ärzte Zeitung, 08.10.2009

Ärzte sollten Banküberweisungen künftig genauer prüfen

Zum 31. Oktober gelten neue Regeln für Banküberweisungen. Damit werden Überweisungen ins EU-Ausland schneller, Widerrufe aber schwerer.

NEU-ISENBURG (reh). Wer nicht schon Post von seiner Bank erhalten hat, den wird wohl in den nächsten Wochen ein Brief erreichen. Denn pünktlich zum 31. Oktober müssen die Banken die Vorgaben der EU-Zahlungsdiensterichtlinie umsetzen und ihre Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) anpassen. Insbesondere für Überweisungen treten einige neue Bedingungen in Kraft, die nicht nur Vorteile bringen.

Wie der Bundesverband Deutscher Banken (Bankenverband) meldet, müssen Bankkunden nun auch bei Überweisungen auf einem Überweisungsbeleg sorgfältig die Kontonummer und Bankleitzahl des Empfängers prüfen. Kunden, die Online-Banking nutzen, kennen dies bereits. Denn die Banken gleichen künftig nicht mehr den Namen des Empfängers mit der Kontonummer ab.

Überweisungen werden dann lediglich anhand von Kontonummer und Bankleitzahl durchgeführt, da die Banken nur so die kürzeren Überweisungsfristen in Europa einhalten können. Dafür sollen Überweisungen und Kartenzahlungen europaweit dann innerhalb von drei Geschäftstagen abgewickelt werden - bei Papierbelegen innerhalb von vier Geschäftstagen. Ab 2012 verkürzt sich die Frist noch einmal auf einen beziehungsweise zwei Geschäftstage bei Papierbelegen.

Das Problem für Bankkunden: Die kürzere Überweisungszeit macht das Widerrufen einer Überweisung fast unmöglich. Bisher können die Banken Überweisungsrückrufe noch untereinander regeln - solange das Geld noch nicht dem Empfängerkonto gutgeschrieben wurde, aber bereits das Senderkonto verlassen hatte. Denn die Banken haben sich mehr Zeit für die Gutschriften gelassen. Einzelne Banken werden laut ING-DiBa Direktbank aber wohl auch künftig aus Kulanz einen Widerruf prinzipiell ermöglichen.

Was sich noch ändert: Wer seine Bankkarte verliert oder wem sie gestohlen wird, soll ab dem 31. Oktober mit maximal 150 Euro selbst für Schäden haften, solange die Karte nicht gesperrt ist. Die Schäden darüber hinaus übernehme die Bank, erklärt der Bankenverband.

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