Ärzte Zeitung, 04.11.2009

Kommentar

Der Preis der Honorarreform

Von Julia Frisch

Die sprechende Medizin hat durch die verschiedenen Honorarreformen in den vergangenen Jahren an Stellenwert verloren. Das hat auch in der Arbeitsweise von Ärzten seine Spuren hinterlassen. Die Zeiten, in denen Patienten zum Arzt gingen, um ein Schwätzchen mit ihrem Doc zu halten, sind definitiv vorbei.

Unter Zeitdruck kommt es freilich immer wieder vor, dass niedergelassene Ärzte in der Kommunikation zu sparsam sind. Ein typischer Fehler im Praxisalltag: Manche Ärzte erklären zu wenig, Fachbegriffe werden nicht ins Deutsche übersetzt oder subjektiv empfundene Probleme nicht ernst genug genommen.

Welch verheerende Folgen eine solche sparsame Kommunikation haben kann, zeigt sich besonders dann, wenn Patienten meinen, Opfer eines Behandlungsfehlers geworden zu sein. Oft genug, warnen Arztrechtler und Versicherungsleute, landen solche Fälle nur deshalb vor Gericht und damit in der breiten Öffentlichkeit, weil Ärzte sich keine Zeit nehmen, mit den Patienten über die Vorwürfe zu sprechen. Es lohnt sich also für Ärzte, das eigene Kommunikationsverhalten genauer unter die Lupe zu nehmen. Wer hier zu viele Fehler macht, hinterlässt bei Patienten leicht verbrannte Erde.

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