Ärzte Zeitung, 18.04.2011

Kommentar

Laxer Umgang mit Patientendaten

Von Rebekka Höhl

Wollen sich Ärzte oder Kassen gegen Neuregelungen wehren, zaubern sie immer wieder den Datenschutz aus dem Hut. Plötzlich gefährdet ein Projekt die sensiblen Patienten- oder Versichertendaten. Wenn man als gesetzlich Versicherter und Patient aber den aktuellen Bundesdatenschutzbericht liest, tut sich nicht nur ein ganz anderes Bild auf - es wird einem schier schwindlig vor Angst.

Da werden irgendwelchen Dienstleistern und Partnerunternehmen Einsichten in die komplette Versichertengeschichte und die Bankverbindung gewährt. Oder einmal kurz alle Diagnosen, die man in seinem Leben angesammelt hat, gescreent. Natürlich nur, damit man künftig medizinisch und versicherungstechnisch besser versorgt werden kann.

Aber auch die Ärzteschaft muss sich Kritik gefallen lassen. Vielleicht mag es übertrieben erscheinen, wenn Datenschützer Selektivverträge vorbeugend stoppen. In einem Punkt haben sie aber recht: Ärzte sind gezwungen, mit Programmen zu arbeiten, deren umfängliche Funktionen ihnen nicht offengelegt werden. Damit haben sie überhaupt keine Möglichkeit, nachzuvollziehen, an welchen Daten sich andere Stellen bedienen. Und sie nehmen es kritiklos hin. Wo bitte bleibt hier die Frage nach dem Datenschutz?

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