Ärzte Zeitung, 30.12.2014

Praxiserben

Herausforderung Erbschaftssteuer

Neben den Problemen, die sich den Hinterbliebenen im Zusammenhang mit Fortführung oder Verkauf der Praxis stellen, gilt es auch, allgemeine finanzielle Dinge im Blick zu behalten.

Von Christoph Gasten

KÖLN. Wenn sich der Praxisinhaber hauptsächlich alleine um die finanziellen Angelegenheiten der Familie gekümmert hat, ergeben sich regelmäßig Fragen wie:

  • bei welchen Geldinstituten der Verstorbene eigentlich Konten geführt hatte,
  • wie und wo er sein Vermögen angelegt hat,
  • ob Sparverträge bestehen,
  • welche Versicherungen der Verstorbene abgeschlossen hatte,
  • oder wie hoch das Vermögen überhaupt ist.

Um Familienangehörige besser in die Vermögensbestände einzubinden, empfiehlt es sich, bereits zu Lebzeiten eine Übersicht über sämtliche Konten, Depots und sonstigen wesentlichen Vermögenspositionen für die Erben anzulegen, damit diese im Fall der Fälle nicht unvorbereitet auf die Banken zugehen müssen.

Und schließlich droht bei einem Tod des Praxisinhabers auch noch die Erbschaftsteuer, die schnell zu einer Belastung werden kann. Insbesondere wenn Immobilien vererbt werden, kann die Erbschaftsteuer unter Umständen dazu führen, dass Wohn- und Grundbesitz verkauft werden müssen, um die Steuern bezahlen zu können.

Auch diesbezüglich ist es ratsam, vorzusorgen und so die Erbschaftsteuer zu vermeiden oder zumindest soweit wie möglich zu reduzieren.

Wenn der Praxisinhaber schon zu Lebzeiten genau weiß, wie er seine Erben einbeziehen will, könnte er das Vermögen etwa durch Schenkungen optimal auf die Erben verteilen. Auf diese Weise lassen sich steuerrechtlich vorgesehene Freibeträge besser ausschöpfen.

Die dazu erforderliche fachliche Beratung sollte allerdings immer durch spezialisierte Steuerberater erfolgen, die das Thema der Erbschaft gemeinsam mit Notaren und Rechtsanwälten im Gesamtkontext des Testaments planen können.

Durch die geplante Vermögensweitergabe lassen sich je nach Ausgangslage nicht selten sechsstellige Beträge an Erbschaftsteuer vermeiden.

Christoph Gasten ist Steuerberater und Partner der Kölner Kanzlei Laufenberg, Michels und Partner. Er ist auf die Beratung von Ärzten spezialisiert.

Lesen Sie dazu auch:
Vorsorge für den Ernstfall: Wenn der Praxisinhaber plötzlich stirbt

Nach Tod des Inhabers: Rechtsfragen, die auf Praxiserben zukommen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »