Ärzte Zeitung, 06.09.2012

Weinwerbung

"Bekömmlich" verboten

LUXEMBURG (mwo). Wein darf nicht als "bekömmlich" verkauft werden - auch wenn dies "für sich genommen zutrifft".

Es sei eine für alkoholische Getränke verbotene "gesundheitsbezogene Angabe", so der Europäische Gerichtshof.

Solche Angaben müssten nicht auf positive Wirkungen verweisen. "Es genügt, dass die bloße Erhaltung eines guten Gesundheitszustands trotz des potenziell schädlichen Verzehrs suggeriert wird."

Az.: C 544/10

[07.09.2012, 14:18:13]
Dr. Horst Grünwoldt 
Bekömmlichkeit
Auch ohne das höchstrichterliche Urteil des EUGH in Luxemburg ist natürlich die verkaufsfördernde Deklarierung "bekömmlicher" Wein absurd und nach unserem nationalen Lebensmittelrecht schon immer untersagt. Ein nicht-bekömmlicher, sprich "unbekömmlicher" Wein wäre überhaupt nicht "verkehrsfähig" ; d.h. dürfte aus gesundheitlichen Gründen gar nicht in den Handel kommen.
Leider versuchen einige Werbefuzzis (sog. "Kreative") immer wieder mit grob irreführenden Ausdrücken das Verbot der gesundheitsbezogenen Anpreisung von Lebens- und Genußmitteln zu unterlaufen, um sowohl dem Auftraggeber, wie auch dem Verbraucher etwas überteuert "anzudrehen".
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »