Ärzte Zeitung online, 27.06.2014

Ermittlungen

Reproduktionsmediziner im Fadenkreuz

MÜNCHEN/AUGSBURG. Reproduktionsmediziner in ganz Deutschland sind einem Bericht des "Bayerischen Rundfunks" zufolge ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.

Allein die Staatsanwaltschaft Augsburg ermittelt seit Ende 2012 gegen insgesamt 18 Beschuldigte, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Matthias Nickolai, am Freitag sagte. Es gehe um den Verdacht der Beihilfe zu Verstößen gegen das Embryonenschutzgesetz, sagte Nickolai.

Konkret dreht es sich um Paare, die in Kliniken im Ausland Eizellspenden entgegengenommen haben. Eizellspenden sind in Deutschland bekanntlich verboten. (dpa)

[01.07.2014, 15:55:36]
Prof. Dr. Volker von Loewenich 
Reproduktionsmediziner im Fadenkreuz
Eizellspenden sind bei uns verboten. Wir Deutschen verbieten gerne, mit guten Gründen oder auch ohne. Wir Deutschen denken gerne fundamentalistisch. Wenn jetzt die Staatsanwaltschaft Reproduktionsmediziner angreift, die keine bei uns verbotenen Eizellspenden durchgeführt, sondern nur über diese Möglichkeit in anderen Ländern informiert haben, dann fühlt man sich an Zeiten der Inquisition oder Erfahrungen in totalitären Regimen erinnert. Erschreckend!
Ferner: massen sich deutsche Staatsanwälte an, bestrafen zu wollen, was in anderen Ländern erlaubt ist und dort bei deutschen Patientinnen ausgeführt wurde? zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Psychotherapie-Richtlinie steht vor holprigem Start

Der Start der neuen Psychotherapie-Richtlinie am 1. April löst bei den Beteiligten keine Begeisterung aus. Die Kritik überwiegt. Lesen Sie die aktuellen EBM-Ziffern. mehr »