Ärzte Zeitung, 07.09.2015

Labor-Prozess

Schottdorf weist Vorwürfe von sich

Der Angeklagte im Betrugsprozess betont vor Gericht, dass alle Leistungen korrekt erbracht worden seien.

Schottdorf weist Vorwürfe von sich

Hat das Labor Schottdorf bei der Abrechnung von Laborleistungen betrogen? Diese Frage klärt das Landgericht Augsburg.

© Alexander Raths / fotolia.com

AUGSBURG. Der Augsburger Laborarzt Dr. Bernd Schottdorf (75) hat zum Prozessauftakt vor der 9. Strafkammer des Landgerichts (LG) Augsburg am Montag die gegen ihn und seine Ehefrau Gabriele (61) als Geschäftsführerin der Labor Schottdorf Administration GmbH erhobenen Betrugsvorwürfe zurückgewiesen.

Es gebe kein Motiv und keinen Schaden, erklärte Schottdorf, dem die Staatsanwaltschaft gewerbsmäßigen Betrug in 124 Fällen vorwirft.

Der Anklage zufolge soll das Ehepaar zwischen 2004 und 2007 zu Unrecht Kassenärztliche Vereinigungen zu Auszahlungen von Speziallaborleistungen veranlasst haben, obwohl die Voraussetzungen dafür nicht vorgelegen haben sollen.

Den Krankenkassen soll dadurch ein Schaden von knapp 13 Millionen Euro entstanden sein. Die Schottdorfs hätten ein komplexes System mit scheinselbstständigen Außenlaboren unter anderem in Bochum, Hamburg und Mainz betrieben, um vorgeschriebene Rabatte nicht gewähren zu müssen, führte die Staatsanwältin aus.

23 Verhandlungstage angesetzt

Der Angeklagte betonte, alle Leistungen seien korrekt erbracht worden. Die Ärzte in den fünf Partnerlaboren seien nicht - wie in der Anklageschrift behauptet - seine Angestellten gewesen, sondern selbstständig gewesen, so Bernd Schottdorf. "Die gegen mich erhobenen Vorwürfe sind nicht richtig."

Seine mitangeklagte Frau will sich am zweiten Verhandlungstag am Mittwoch äußern. Das Verfahren gegen das Ehepaar findet nach mehrjähriger Verzögerung statt.

Die Anklage wurde vor dreieinhalb Jahren erhoben. Wegen zu vieler Verfahren konnte die Wirtschaftsstrafkammer das Verfahren allerdings erst in diesem Jahr terminieren. Bis Mitte Dezember sind 23 Prozesstage geplant.

Bereits im Jahr 2000 stand Bernd Schottdorf wegen ähnlicher Vorwürfe vor Gericht, wurde aber freigesprochen.

Derzeit beschäftigt sich ein Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags mit Ermittlungen des Landeskriminalamtes im Umfeld von Schottdorf. Dabei geht es aber nicht um die Vorwürfe im Prozess. (sto/dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »