Ärzte Zeitung, 16.08.2010
Besondere Ehre für Stammzellforscher
SEOUL/ULSAN (dpa). Dem Münsteraner Stammzellenforscher
Hans Schöler ist in Südkorea eine besondere Auszeichnung
zuteil geworden: Das Ulsan-Nationalinstitut für Wissenschaft und
Technologie (UNIST) eröffnete am Freitag ein Stammzellzentrum, das
nach dem 57 Jahre alten Wissenschaftler benannt ist (wir berichteten vorab).
"Eine riesengroße Ehre", freute sich Schöler nach der
Eröffnungszeremonie in der Küstenstadt im Südosten des
Landes. "Damit kann man nicht rechnen - dass das zu Lebzeiten
geschieht", sagte er am Telefon der dpa in Seoul.
Das "Hans Schöler Stem Cell Research Center" der
Universität wurde im Rahmen eines internationalen Symposiums zu
Stammzellen seiner Bestimmung übergeben. Schöler, einer der
Direktoren des Max-Planck-Instituts für molekulare Biomedizin in
Münster, hielt den Eröffnungsvortrag.
Zu dem ostasiatischen Land habe er eine besondere "Zuneigung", sagte
der renommierte Wissenschaftler. Seit vielen Jahren arbeite er mit
Südkoreanern zusammen. Die Eröffnung des neuen Zentrums
bedeute auch, dass man die Allianz für die gemeinsame Forschung
nutzen werde. "Es ist egal, wo weltweit Methoden entwickelt werden, um
Krankheiten zu bekämpfen." Das "Hans Schöler Stem Cell
Research Center" soll sich der Anwendung von Stammzellen in der
Regenerativen Medizin widmen.
Schöler gilt als einer der Pioniere auf dem Gebiet der induzierten
pluripotenten Stammzellen (iPS-Zellen). Diese Technik ist bedeutsam,
weil sie die Forschung von den umstrittenen embryonalen Stammzellen
unabhängiger machen kann. Die Rückprogrammierung ausgereifter
Zellen in einen embryonalen Urzustand ist eine Art Verjüngungskur,
die aus den Zellen quasi Alleskönner mit universellen
Fähigkeiten macht. Die Forscher möchten daraus einmal
Ersatzgewebe für Patienten schaffen.
Das UNIST wurde 2007 gegründet. Es strebt an, eines der weltweit
führenden Zentren für Biowissenschaften und Technologie zu
werden.

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