Ärzte Zeitung, 28.08.2012

BMS

Hepatitis-C-Arznei gestoppt

Schwere Nebenwirkungen: Der Hersteller BMS hat die Entwicklung einer neuer Arznei gegen Hepatitis-C gestoppt - und muss deswegen fast 1,5 Milliarden Euro abschreiben.

NEW YORK (ck). Bristol-Myers Squibb (BMS) hat die Entwicklung seines Hepatitis-C-Medikaments BMS-986094 wegen schwerwiegender Nebenwirkungen gestoppt.

Nach Angaben des US-Parmakonzerns ist während einer Phase-II-Studie mit dem Nukleotid-Polymerase-Inhibitor (NS5B-Inhibitor) ein Teilnehmer herzinsuffizient geworden und später an einem Herzinfarkt gestorben.

Insgesamt seien neun Studienteilnehmer im Krankenhaus behandelt worden. Zwei befänden sich noch in der Klinik. Bristol-Myers Squibb hatte das Medikament (früher INX-189) im Zuge der Übernahme des US-Biotech-Unternehmens Inhibitex (Cambridge/Massachusetts) erworben.

Der Konzern zahlte Anfang des Jahres für den Hepatitis-C-Spezialisten 2,5 Milliarden Dollar (rund zwei Milliarden Euro).

Wie Bristol-Myers Squibb der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC mitteilte, werden wegen des Studienabbruchs im dritten Quartal 2012 Entwicklungskosten in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar (rund 1,43 Milliarden Euro) abgeschrieben.

Arzneimitteln gegen Hepatitis-C- wird ein hohes Umsatzpotenzial zugeschrieben. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Markt bis 2015 einen Wert von 15 Milliarden bis 16 Milliarden Dollar aufweisen wird.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »