Ärzte Zeitung, 12.08.2009

Der Standpunkt

Einbahnstraße Transparenz

Von Anja Krüger

Einbahnstraße Transparenz

Foto: privat

Ärzte wissen aus Tausenden Anfragen, wie neugierig Versicherer sind. Eigene Erkenntnisse über tatsächlich oder vermeintlich fragwürdige Kunden geben die Gesellschaften sogar an die Konkurrenz weiter. Mehr als zwei Millionen Daten von Verbrauchern landen jährlich in der schwarzen Liste der Assekuranz, dem sogenannten Hinweis- und Informationssystem (HIS). So sollen schwarze Schafe unter den Kunden für die Anbieter angeblich schnell erkennbar sein.

Für die Branche ist Transparenz eine Einbahnstraße. Geht es um sie selbst, ist die Assekuranz extrem verschlossen. Das wissen die Unternehmen allerdings gut zu verstecken. Ob Lebens-, Berufsunfähigkeits- oder Krankenversicherung: Vor Vertragsabschluss überschütten die Gesellschaften die Kunden mit Informationen. Nur mit Mühe schaffen es Interessierte, sich da durchzuarbeiten. Vergleiche zwischen den Anbietern sind schon aus Zeitmangel eine echte Herausforderung. Dabei sind manche Anbieter transparenter und besser als andere - welche, weiß der Verbraucher aber nicht. Zeit für ein Hinweis- und Informationssystem über Versicherer.

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