Ärzte Zeitung App, 04.12.2014

Hebammen

Haftpflicht wird 23 Prozent teurer

BERLIN. Die Berufshaftpflichtprämien für selbstständig tätige Hebammen werden im Juli 2015 massiv erhöht. Das teilt der Deutsche Hebammenverband (DHV) mit und beruft sich dabei auf neueste ihm vorliegende Informationen vom Versicherungsmakler Securon.

Angekündigt seien über 23 Prozent Steigerung in der Gruppenhaftpflicht - womit die Prämie, nach Rechnung des DHV, auf 6274 Euro im Jahr steigen würde.

"Diese Prämiensteigerung werden viele Kolleginnen nicht mehr schultern können, wenn es keinen echten Ausgleich durch den Sicherstellungszuschlag gibt", kommentiert DHV-Präsidentin Martina Klenk.

Derzeit befinde sich der Verband in Verhandlungen zum gesetzlich neu definierten Sicherstellungszuschlag, der ab Juli 2015 greifen werde. Damit sollen die Prämiensteigerungen für die freiberuflichen Geburtshelferinnen ausgeglichen werden, die die Prämie wegen geringer Leistungsmenge nicht erwirtschaften können.

Der Verband fordert von den Krankenkassen ein angemessenes Angebot und das auch "für die bisher geringe Vergütung von Hebammen", erklärt Katharina Jeschke, Verhandlungsführerin in den anstehenden Gesprächen mit dem GKV-Spitzenverband.

Um den Versicherungsmarkt für Hebammen wieder zu beleben, plädiert der DHV für eine langfristig tragfähige Lösung wie etwa durch Haftungsobergrenzen mit einem Haftungsfonds. (mh)

[04.12.2014, 12:38:12]
Thomas Fuchs 
Versicherungsnehmer
Da wird viel gejammert und geklagt von Seiten der Hebammen, es sei quasi ein Berufsverbot. So kann man das natürlich sehen. Die Versicherer machen eine Prämienerhöhung aber nicht auf der Basis einer subjektiven Hebammenabneigung, sondern berechnen auf der Basis aufgetretener Schadensfälle die Prämienhöhe so, dass für die Versicherungsgeber noch Geld in der Tasche bleibt.
Als Lösung für die Menschen und Hebammen, die unbedingt eine Hausgeburt wünschen, sähe ich einen Wechsel des Versicherungsnehmenden: Sollen doch die werdenden Eltern, wenn sie partout eine Hausgeburt wünschen, eine Versicherung zum Schutz ihres Kindes und der Gebärenden abschliessen. Dann sind die Hebammen finanziell entlastet und Mutter u./o. Kind stirbt oder eine Behinderung zurückbleibt, ist eine finanzielle Vorsorge getroffen. Wofür das dann auch immer gut sein sollte.

Ich persönlich lehne es ab, dass die Gemeinschaft für den persönlichen Wunsch Einzelner haften soll, die sich und ihr Kind dem Risiko einer Hausgeburt aussetzen wollen. Es besteht auch die Möglichkeit ambulant zu entbinden in Einrichtungen, die ein Backup für den Notfall bereithalten. Warum denken eine Großzahl der Menschen immer noch, dass eine unkomplizierte Schwangerschaft auch gleichzeitig eine unkomplizierte Geburt bedeutet? Geburt ist ein natürlicher Vorgang, aber das heisst ja nichts für das Gesundheitsrisiko. Und die Sterbeziffern um die Geburt in weniger industrialisierten Ländern wünscht sich hier doch "natürlich" auch niemand. zum Beitrag »

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