Ärzte Zeitung, 17.06.2005

ALLERGIE- UND ASTHMAPRÄVENTION

Allergien sind häufig, aber heutzutage gut zu beherrschen

Die Zahl der Allergien und Asthma-Erkrankungen ist in Europa stark gestiegen. So betrug die Prävalenz des Heuschnupfens in der Schweiz 1926 gerade mal 0,8 Prozent, 1997 waren es bereits 24 Prozent. Durch spezielle Schutzmaßnahmen sowie durch Desensibilisierung oder Medikation lassen sich die Symptome wesentlich mindern.

Eine junge Frau mit Heuschnupfen. Wegen der Klima-Erwärmung haben Pollen-Allergiker immer früher und immer länger Symptome. Foto: imago

Zu den Ursachen von Allergien und Präventionsmaßnahmen ist bereits viel geforscht und diskutiert worden. Doch nur eines gilt bisher als sicher: Das Aufwachsen auf dem Bauernhof schützt Kinder vor Heuschnupfen und Asthma. So hatten in einer Studie nur jeweils ein Prozent der Kinder mit häufigem Stallkontakt eine Pollenallergie oder Asthma entwickelt. Von den Kindern ohne Stallkontakt bekamen neun Prozent Asthma und sogar elf Prozent Heuschnupfen.

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"Unser Immunsystem braucht offenbar den Kontakt mit gefährlichen Erregern wie Viren oder Bakterien, ansonsten sucht es sich andere Aufgaben", sagt Professor Gerhard Schultze-Werninghaus aus Bochum in seinem Vortrag.

Die Zahl der Heuschnupfen-Erkrankungen ist in den vergangenen 30 Jahren in Europa stark gestiegen. Das liegt, wie Schultze-Werninghaus erklärt, vor allem daran, daß aufgrund der Klima-Erwärmung der Pollenflug immer früher beginnt und immer länger dauert. Eine effektive Maßnahme, um die Symptome zu verringern, besteht etwa darin, regelmäßig Urlaub in einer Gegend zu machen, wo es kaum Allergene gibt. Helfen kann hierbei der Polleninformationsdienst. Der Allergologe gibt weitere Tips, was Patienten mit Pollenallergie nützt - oder nicht nützt.

Ein häufiger Auslöser von Allergien in Innenräumen ist die Hausstaubmilbe. Die chemische Reinigung von Matratzen und Polstermöbeln oder die Benutzung von Staubsaugern mit speziellen Luftfiltern reduzieren zwar die Allergenmenge, oft aber nicht die Symptome. Effektiver ist es, Schutzbezüge für Matratzen, Decken und Kissen zu benutzen. Welche sich am besten eignen, kann man etwa bei der Stiftung Warentest erfragen.

Meist benötigten die Patienten zusätzlich eine medikamentöse Therapie. In dem Vortrag gibt es auch Tips, was Patienten mit Katzenhaar- oder Schimmelpilz-Allergien hilft. (ikr)

Den informativen Vortrag, für den es nach bestandener Prüfung CME-Punkte gibt, findet man nach der Anmeldung bei www.qaef-akademie.de unter "Online-Kurse" - "Allergo-Rhinologisches Update" - "Allergie- und Asthmaprävention".

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