Ärzte Zeitung, 25.04.2006

Genvariante schützt nicht vor vCJK-Infektion

EDINBURGH (mut). Bestimmte Genvarianten schützen nicht, wie bisher angenommen, vor einer vCJK-Infektion. Das hat die Analyse von Tonsillen- und Appendixproben ergeben (BMJ online).

Für die Analyse hatten Forscher nach Prion-Proteinen bei insgesamt 11 100 Appendices und 1560 Mandeln geschaut, die Patienten zwischen 1995 und 2000 entnommen worden waren.

Bei drei der Proben ließen sich die Erreger der neuen Creutzfeldt-Jakob-Variante (vCJK) nachweisen. Bei zwei der Proben waren weitere Genanalysen möglich. Sie ergaben, daß die Proben von Menschen stammten, die nur Prion-Proteine bildeten, die an einer bestimmten Stelle die Aminosäure Valin hatten. Solche Menschen galten bislang als immun gegen den Erreger.

154 der 155 bisher in Großbritannien an vCJK gestorbenen Menschen hatten an der entsprechenden Stelle Methionin, einer bildete sowohl Proteine mit Methionin und Valin.

Die Forscher befürchten, daß Patienten mit Valin ein lange Inkubationszeit haben und in den nächsten Jahren vermehrt erkranken.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »