Ärzte Zeitung, 04.05.2006

Mit dem Aldosteron-Spiegel steigt das Herzinfarkt-Risiko

Aldosteron-Antagonist vermindert linksventrikuläre Masse / Herzinsuffizienz-Medikament wirkt vermutlich auch günstig bei Hypertonikern

WIESBADEN (ner). Aldosteron hat bei Erkrankungen des Herz-Gefäßsystems offenbar eine größere Bedeutung als bislang angenommen. Dies sollte Konsequenzen für Diagnostik und Therapie haben, wurde beim Internistenkongreß in Wiesbaden gefordert.

Es werde inzwischen davon ausgegangen, daß fünf bis zehn Prozent der Patienten mit essentieller Hypertonie erhöhte Aldosteron-Spiegel haben. Darauf wies Privatdozent Johann Bauersachs aus Würzburg bei einem vom Unternehmen Pfizer unterstützen Symposium hin.

Je mehr des Mineralokortikoids im Blutplasma sind, desto größer ist die linksventrikuläre Masse. Das verschlechtert die Prognose der Patienten. "Hypertonie-Patienten mit Hyperaldosteronismus haben ein deutlich erhöhtes Risiko für kardiale Symptome", so Bauersachs.

Der Kardiologe empfahl, besonders bei Hypertonie-Patienten unter 50 Jahren sowie bei trotz medikamentöser Mehrfachkombination schwierig zu senkendem Bluthochdruck den Aldosteron- und Renin-Spiegel bestimmen zu lassen. Am Aldosteron/Renin-Verhältnis ist ein Hyperaldosteronismus erkennbar.

Mit einem Aldosteron-Antagonisten kann eine vermehrte linksventrikuläre Masse vermindert werden, hat eine Studie ergeben. Darin hatten jeweils etwa 70 Patienten entweder hohe Dosen Eplerenon (200 mg) oder Enalapril (40 mg) als Monotherapie erhalten; oder 200 mg Eplerenon plus 10 mg Enalapril. Bei den Patienten mit Monotherapie sank die linksventrikuläre Masse um 14 bis 18 g, bei denen, die die Kombination erhalten hatten, am stärksten um 24 g.

Der spezifische Aldosteron-Antagonist Eplerenon (Inspra®) ist in Deutschland bei klinischer Herzinsuffizienz und linksventrikulärer Dysfunktion nach Herzinfarkt zugelassen. In den USA kann er bereits zur Behandlung bei Hypertonie verordnet werden. Kardiologen vermuten, daß die positiven Auswirkungen auf die Umbauvorgänge am Herzen, das Remodelling, auch bei Hypertonikern günstig für die Prognose sind.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »