Ärzte Zeitung, 10.01.2005

Hoppe will Ausbildungsinstitut für Krisenärzte

BERLIN (hak). Bundesärztekammerpräsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe hat den schnellen Aufbau eines Ausbildungsinstituts gefordert, in dem Ärzte auf den Einsatz in den von der Flutkatastrophe verwüsteten Regionen Asiens und Afrikas vorbereitet werden. "Die deutsche Ärzteschaft steht in der Pflicht, sich auch längerfristig für die Krisenregionen zu engagieren", sagte Hoppe der "Ärzte Zeitung".

Nach Hoppes Vorstellungen soll ein bestehendes Fortbildungsinstitut der deutschen Ärzteschaft die Aufgabe übernehmen, hiesige Ärzte, aber auch Ärzte aus den Krisenregionen, mit medizinischem und psychologischem Fachwissen zu versorgen, damit diese in den Katastrophengebieten effektiv arbeiten können. Ein solches Fortbildungsprogramm dauere etwa ein halbes Jahr.

Ziel müsse es sein, 150 Ärzte auf ihren Einsatz vorzubereiten, so Hoppe. Die Kosten des Projekts veranschlagt er mit einer sechsstelligen Summe.

Unterstützung für seine Idee eines Instituts erhofft sich der BÄK-Präsident sowohl von staatlicher Seite wie auch von Fachinstituten. Erste Gespräche sind bereits gelaufen. Der Vorstand der Bundesärztekammer will über Hoppes Vorschlag Ende Januar entscheiden. Spätestens im April soll das Institut für Krisenärzte seine Arbeit aufnehmen.

Lesen Sie dazu auch:
Hoppe: "Langfristiges Engagement ist nötig"

Weitere Berichte finden Sie im Special "Nach der Tsunami-Flut"

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »