Ärzte Zeitung, 22.12.2009

Prämie International

Die Schweizer sind mit ihrer Kopfpauschale kreuzunglücklich

Rat- und rastlos wird in der Schweiz das Gesundheitswesen reformiert -  eine Dauerbaustelle. Dabei glaubten die Eidgenossen, mit der Großreform im Jahr 1996 würde alles besser werden. Seit 13 Jahren gibt es in der Schweiz eine Kopfpauschale in der Krankenversicherung, die jeder Bürger unabhängig vom Einkommen zahlen muss. Für Kinder und Jugendliche gelten Sonderregeln.

Im Durchschnitt muss jeder erwachsene Schweizer etwa 250 Euro für die obligatorische Grundversicherung zahlen. Hinzu kommt eine generelle Franchise (Selbstbehalt) von 300 Franken im Jahr sowie eine Eigenbeteiligung von zehn Prozent der Behandlungskosten -  bis zu einer Grenze von 700 Franken, bei Kindern und Jugendlichen 350 Franken.

Immer mehr Familien sind damit finanziell überfordert. 2010 steigen die Prämien schweizweit im Schnitt um 8,7 Prozent. Im vergangenen Jahr mussten die Kantone bereits 3,4 Milliarden Franken für Prämienverbilligungsprogramme aufbringen. Als Folge hängen in manchen der 26 Kantone bis zur Hälfte der Bürger am Tropf des Staates. Die Pauschale hat den Schweizern vor allem eines gebracht: Ein Flickwerk von Gesundheitsreformen. (fst)

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