Ärzte Zeitung, 10.07.2008

Hoppe hofft auf Unionsvorschlag zu Spätabbrüchen

BERLIN (fst). Positiv hat die Bundesärztekammer (BÄK) auf die Ankündigung der Unionsfraktion im Bundestag reagiert, die Regeln für medizinisch indizierte Schwangerschaftsabbrüche schärfer zu fassen.

CDU und CSU hatten vergangene Woche angekündigt, einen Gruppenantrag im Bundestag vorzulegen, dem sich Abgeordnete anderer Fraktionen anschließen können. Darin soll eine erweiterte Beratungspflicht von Ärzten bei Spätabtreibungen geregelt werden.

Damit gebe es nun die Chance für einen fraktionsübergreifenden Konsens in dieser Frage, teilten Bundesärztekammer und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) mit.

Ziel der Gesetzesänderung müsse es sein, Schwangere in Konfliktsituationen besser zu unterstützten, erklärte BÄK-Präsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe. Vorgesehen sind außer einer Beratungspflicht der Ärzte auch psychosoziale Hilfsangebote für Schwangere und eine dreitägige Bedenkzeit, nachdem die Diagnose mitgeteilt worden ist.

Der Versuch des Bundesgesundheitsministeriums, eine Regelung im Gendiagnostikgesetz zu treffen, greife zu kurz, kritisierten BÄK und DGGG.

Nach bestehendem Recht ist ein Abbruch nach medizinischer Indikation nicht an Fristen gebunden. Etwa 200 Spätabbrüche werden pro Jahr nach der 23. Woche vorgenommen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Epidemiologische Kaffeesatzleserei?

Verursacht oder verhindert der Konsum von Kaffee Krankheiten? Die Klärung solcher Fragen zur Ernährung ist methodisch ein richtiges Problem. mehr »

Trotz Budgetierung gute Chancen auf Mehrumsatz

Seit vier Jahren steht das hausärztliche Gespräch als eigene Leistung im EBM (03230) . Immer wieder ist daran herumgeschraubt worden. mehr »

Erstmals bekommt ein Kind zwei Hände verpflanzt

Ein achtjähriger Junge mit einer tragischen Krankheitsgeschichte bekommt zwei neue Hände. Die Op ist ein voller Erfolg: Anderthalb Jahre später kann er schreiben, essen und sich selbstständig anziehen. mehr »