Ärzte Zeitung, 25.05.2016

Weiterbildung

Junge Ärzte wollen feste Forschungszeit

Wie lassen sich Forschung und Weiterbildung zusammenbringen? Die Antwort auf diese Frage fällt beim Symposium widersprüchlich aus.

HAMBURG. Forschung durch junge Ärzte darf nicht zulasten der Weiterbildung gehen - aber auch nicht umgekehrt. Hierüber herrschte weitgehend Konsens. Die Frage "Wie geht das zusammen?" wurde in Hamburg aber kontrovers diskutiert.

Dem von jungen Ärzten geäußerten Wunsch nach fest verankerten Forschungszeiten in der Weiterbildung hielt Dr. Franz Bartmann, Vorsitzender der Weiterbildungsgremien der Bundesärztekammer, entgegen: "Wir wollen weg von festen Zeiten, hin zu konkreten Maßnahmen.

Nennen Sie uns konkrete Inhalte, die wir in der Weiterbildungsordnung verankern können." Zugleich zeigte sich Bartmann aufgeschlossen, die Forschung durch junge Ärzte zu forcieren, denn: "Das Bewusstsein für die Forschung ist ein wenig verloren gegangen.".

Dem stimmte Dr. Diane Bitzinger, Sprecherin der jungen Anästhesisten in der DGAI (Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin), zu.

Sie hofft, dass mehr deutsche Standorte als bislang Programme auflegen, die die Forschung in der Weiterbildung fördern. Ohne die sieht sie die Gefahr einer "Frei- oder Feiertagsforschung."

Wunsch nach feste Strukturen

Dicht dran am Deutschen Ärztetag

Die "Ärzte Zeitung" ist für Sie beim 119. Deutschen Ärztetag vom 24. bis 27. Mai vor Ort in Hamburg - und berichtet live und umfassend:

Videos von allen wichtigen Events

Twitter live vom Geschehen über #daet16 oder www.twitter.com/aerztezeitung.

Unsere aktuellen Berichte im Überblick: www.aerztezeitung.de/aerztetag16

Auch Dr. Kevin Schultze, Sprecher der jungen Internisten im BDI (Bund Deutscher Internisten), wünscht sich feste Strukturen, die ärztliche Weiterbildung und Forschung möglich machen - er sieht dabei die Ärztekammern am Zug.

Die anwesenden Kammervertreter spielten den Ball aber zurück, ohne zu blockieren: Die Inhalte müssten aus den Fachgesellschaften geliefert werden, dann könnten sie auch verankert werden. Allerdings, warnte Annette Güntert von der Bundesärztekammer, dürfe dies nicht auf Kosten der Weiterbildungszeit gehen.

Sie stellte klar: Das Weiterbildungszeugnis wird auf die Weiterbildung ausgestellt - und das geht nicht bei drei Jahren Forschung in dieser Zeit. Wer also während der Weiterbildung längere Zeiträume für die Forschung benötige, müsse mit einer längeren Weiterbildungszeit rechnen.

Für die Forschung die Prüfung zum Facharzt nach hinten zu schieben, könne aber auch zur Karrierehürde werden, warnten Teilnehmer der Diskussion.

Güntert gab hierzu zu bedenken: "Wir brauchen nicht für jeden individuellen Lebensweg eine Regelung." (di)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »
Serie: Wegweiser Weiterbildung