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Entwurf der neuen Impfempfehlung

STIKO will zweite COVID-19-Booster-Impfung für etliche Personengruppen empfehlen

Seit Wochen fordern Politiker von der Ständigen Impfkommission, die Empfehlung zur zweiten COVID-Auffrischimpfung anzupassen. Jetzt reagiert die Kommission – auch mit dem zweiten Booster für ab Fünfjährige.

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Booster gegen schwere COVID-19-Verläufe: Die STIKO erweitert ihre Empfehlungen.

Booster gegen schwere COVID-19-Verläufe: Die STIKO erweitert ihre Empfehlungen.

© ENNIO LEANZA / KEYSTONE / picture alliance

Berlin. Die Ständige Impfkommission (STIKO) wird in diesen Tagen den Kreis der Personen deutlich ausweiten, die eine 2. COVID-19-Auffrischimpfung erhalten sollen. Das geht nach Informationen der Ärzte Zeitung aus dem Beschlussentwurf für die 21. Aktualisierung der Impfempfehlung hervor. Auch die „Bild“-Zeitung berichtete am Montag darüber.

Dem Beschlussentwurf zufolge sollen eine zweite Booster-Dosis mit einer mRNA-Vakzine gegen COVID-19 erhalten (fett gedruckt die Neuerungen):

  • Personen ab 60 Jahren (bisher ab 70),
  • Personen mit Immundefizienz ab dem Alter von 5 Jahren,
  • Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeeinrichtungen und Personen mit erhöhtem Risiko für schwere Verläufe, die in der Eingliederungshilfe untergebracht sind,
  • medizinisches und Pflegepersonal, insbesondere bei direktem Patientenkontakt,
  • Personen ab 5 Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung.

Als Grunderkrankung verweist die STIKO auf die Indikationsempfehlung bei der Influenza-Impfung. Dazu zählen unter anderem:

  • chronische Atemwegserkrankungen (v.a. Asthma oder COPD),
  • chronische kardiovaskuläre, Leber- oder Nieren-Erkrankungen,
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselstörungen,
  • chronische neurologische Erkrankungen,
  • Personen mit Immundefizienz,
  • HIV-Infektion

STIKO geht es nicht um Vermeidung von Infektionen

Die Booster-Dosis (Comirnaty® oder Spikevax®) soll im „Regelabstand von 6 Monaten“ verabreicht werden. Als Impfziel betont die STIKO erneut, dass es nicht um die Vermeidung von Infektionen mit SARS-CoV-2 geht, sondern dass dadurch das Risiko schwerer Verläufe oder Tod reduziert werden soll.

Die STIKO beruft sich unter anderem auf Beobachtungsstudien aus Kanada und Israel, darunter vier Fall-Kontroll-Studien und drei retrospektive Kohortenstudien, die im Zeitraum von Anfang 2022 bis April durchgeführt wurden. Über die eher kurzen Beobachtungszeiträume zeigte sich in den Untersuchungen ein Vorteil für Personen ab 60 Jahren beim Endpunkt „schwere COVID-19“, Hospitalisierung oder Tod.

Die Vakzineffektivität (VE), also die relative Risikoreduktion (RRR) eines Ereignisses gegenüber einer nur dreimaligen Impfung, lag in den Studien im Mittel zwischen 64 und 77,5 Prozent. Keine Daten liegen der STIKO zufolge „zum Nutzen einer 2. Auffrischimpfung für jüngere Bevölkerungsgruppen“ vor.

Für die 2. Booster-Dosis empfiehlt die STIKO:

  • bei 5-Jährigen Comirnaty® 10µg,
  • bei 6- bis 11-Jährigen: Comirnaty® 10µg oder Spikevax® 50µg,
  • ab 12 Jahren: Comirnaty® 30µg oder Spikevax® 50µg (bzw. 100µg bei Immundefizienz).

Behrens: „Zu langsame“ STIKO

Um die Anpassung der STIKO-Empfehlung hatte es zuletzt wiederholt Streit gegeben. Erst am Wochenende kritisierte Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) die STIKO als „zu langsam“. Hintergrund war, dass die EU-Arzneibehörde EMA und die europäische Behörde für Seuchenkontrolle ECDC im Juli die Gabe einer zweiten Boosterdosis der COVID-19-Schutzimpfung für über 60-Jährigen empfohlen hatte.

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Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Professor Karl Lauterbach (SPD) von der STIKO gefordert, sie möge „klare“ Corona-Impfempfehlungen für alle Altersgruppen vorlegen. Zuvor hatte er eine Arbeitsgruppe eingesetzt, die die „Kommunikation“ des Gremiums etwa mit der Bundesregierung verbessern solle.

Lauterbach selbst dankte am Montag der STIKO via Twitter, „dass jetzt die Empfehlung 4. Impfung für die Ü60 Gruppe kommt“. Die sei ein „wichtiger Schritt in richtige Richtung“. (eb)

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Kommentare
Dr. Karlheinz Bayer 16.08.202207:39 Uhr

Wäre es nicht sinnvoll und angebracht zu vermelden, wann die STIKO eine Empfehlung gegeben hat, statt zu schreiben, daß sie die Abasicht hat, eine entsprechende Empfehlung abzugeben?
Das ist kein guter Journalismus, und er verunsichert eher, als daß er informieren würde.
Die einzige Botschaft ist die, daß die STIKO tatschlich und schon jetzt unter einem gewaltigen politischen Druck steht.
Wie soll da eine Kommission unabhängig und frei eine Entscheidung treffen?

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