PPAR-Isoform-Selektivität: wissenschaftliche Grundlagen und klinische Relevanz
Primär Biliäre Cholangitis: therapeutisches Potenzial der PPAR-Aktivierung
Im Rahmen der Zweitlinientherapie der Primär Biliären Cholangitis (PBC) stehen verschiedene Agonisten der Peroxisom-Proliferator-aktivierten Rezeptoren (PPAR) zur Verfügung. Unterschiede in der Affinität zu den drei Rezeptor-Isoformen α, δ und γ haben wichtige Implikationen für die klinische Praxis, da sie zum Verständnis der Wirksamkeits- und Sicherheitsprofile der verfügbaren Wirkstoffe beitragen [1]. Dabei lassen sich anhand der chemischen Struktur und Rezeptorselektivität zwei Wirkstoffklassen unterscheiden: Delpare mit selektiver PPAR-δ-Aktivierung und unselektive Fibrate bzw. Fibrinsäure-basierte Moleküle [1]. Seladelpar ist derzeit der einzige Vertreter der Delpar-Klasse und wurde für die Zweitlinientherapie von PBC bedingt zugelassen [2]. Für Seladelpar zeigten klinische Studiendaten eine Verbesserung cholestatischer Krankheitsparameter sowie eine signifikante Reduktion des Pruritus; zugleich weisen die Daten auf ein günstiges Verträglichkeitsprofil hin [3].


