50 Jahre Jung-Preis
Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt
Seit 50 Jahren zeichnet die Jung-Stiftung Forschung aus, die neue Wege in der Medizin eröffnet. Warum wissenschaftliche Freiheit dabei eine zentrale Rolle spielt – und welche Arbeiten 2026 ausgezeichnet werden.
Veröffentlicht:
© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Forschung braucht Freiräume
Viele medizinische Fortschritte entstehen nicht geradlinig. Neue Erkenntnisse entwickeln sich oft über Jahre hinweg, verändern bestehende Hypothesen oder eröffnen Forschungsfelder, deren klinische Bedeutung zunächst nicht absehbar ist. Gerade in der Humanmedizin braucht wissenschaftliche Arbeit deshalb Bedingungen, die langfristiges Denken ermöglichen.
Seit 1976 verfolgt die Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung genau diesen Ansatz. Mit dem Jung-Preis für Medizin zeichnet sie Forscher:innen aus, deren Arbeiten die Medizin nachhaltig prägen. Mit 300.000 Euro gehört der Preis zu den höchstdotierten Medizinpreisen Europas.
Ein zentrales Merkmal ist die freie Verfügbarkeit des Preisgeldes. Es wird ohne inhaltliche Vorgaben vergeben. Diese Freiheit ermöglicht es, Forschung entlang eigener Hypothesen weiterzuführen, neue Fragestellungen kurzfristig aufzugreifen oder bestehende Programme gezielt zu vertiefen.
Luftbild Stiftung / Elbchaussee
© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Wenn Grundlagenforschung klinische Relevanz entwickelt
Die Wirkung solcher Forschung zeigt sich häufig erst Jahre später. Zahlreiche Arbeiten, die mit dem Jung-Preis ausgezeichnet wurden, prägen heute zentrale Entwicklungen der Medizin. Dazu zählen Grundlagen für die Genomeditierung mittels CRISPR-Cas9, moderne Immuntherapien oder mRNA-Technologien.
Diese Entwicklungen verdeutlichen ein wiederkehrendes Muster: Fortschritt entsteht dort, wo wissenschaftliche Unabhängigkeit Raum für neue Perspektiven schafft. Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung werden zur Basis klinischer Anwendungen – von personalisierten Therapien bis zu neuen diagnostischen Verfahren.
Auch die Rückmeldungen von Preisträger:innen zeigen, wie wichtig flexible Förderstrukturen für die Forschungspraxis sind. Sie ermöglichen es, internationale Kooperationen auszubauen, neue methodische Ansätze zu entwickeln oder zusätzliche Ressourcen dort einzusetzen, wo sie im Forschungsprozess unmittelbar benötigt werden.
50 Jahre Jung-Preis für Medizin
Hamburgs Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher mit dem Vorstandsvorsitzenden der Jung-Stiftung, Jochen Spethmann (oben, 3. v. l.), sowie Gremiumsmitgliedern und Jung-Preisträger:innen aus den Jahren 2000 bis 2026
© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Das Jubiläum des Jung-Preises für Medizin steht damit auch für eine Entwicklung in der Forschungsförderung: weg von kurzfristigen Projektlogiken, hin zu Vertrauen in wissenschaftliche Exzellenz.
Seit der ersten Verleihung hat die Jung-Stiftung rund 17 Millionen Euro in Preisgelder und Forschungsförderung investiert. Neben dem Jung-Preis für Medizin vergibt die Stiftung den Jung-Karriere-Förderpreis sowie die Jung-Medaille für Medizin in Gold.
Ein Senatsempfang in Hamburg würdigte das 50-jährige Bestehen des Preises und unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung unabhängiger Forschung.
Die Preisträger:innen 2026
v.l.n.r.: Jochen Spethmann (Vorstandsvorsitzender der Jung-Stiftung), Dr. Fiona Kolbinger (Jung-Karriere-Förderpreis 2026), Prof. Rohini Kuner (Jung-Preis für Medizin 2026), Prof. Taroh Kinoshita (Jung-Medaille in Gold für Medizin 2026), Prof. Blanche Schwappach-Pignataro (Vorstand und Kuratorium der Jung-Stiftung)
© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Der Jung-Preis für Medizin 2026 geht an die Pharmakologin Rohini Kuner (Universität Heidelberg). Ihre Forschung untersucht, wie chronischer Schmerz entsteht und welche Rolle neuronale Plastizität dabei spielt. Die Arbeiten liefern neue Ansatzpunkte für gezieltere und langfristig wirksame Therapien.
Mit dem Jung-Karriere-Förderpreis 2026 zeichnet die Stiftung die Ärztin und Wissenschaftlerin Fiona Kolbinger (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus und Technischen Universität Dresden) aus. Sie arbeitet an der Schnittstelle von Chirurgie, Datenwissenschaft und Künstlicher Intelligenz. Ziel ihrer Forschung ist es, chirurgische Eingriffe in der Krebsmedizin präziser und sicherer zu machen.
Die Jung-Medaille für Medizin in Gold 2026 erhält Taroh Kinoshita (University of Osaka) für sein wissenschaftliches Lebenswerk. Seine Arbeiten zur Biosynthese sogenannter GPI-Anker haben wesentlich dazu beigetragen, seltene Erkrankungen besser zu verstehen und neue diagnostische Ansätze zu entwickeln.
Gemeinsam stehen die drei Auszeichnungen exemplarisch für das Selbstverständnis der Jung-Stiftung: herausragende Forschung sichtbar zu machen – von frühen wissenschaftlichen Perspektiven bis zur Würdigung eines Lebenswerks.
© Jung Stiftung für Wissenschaft und Forschung

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Impressum
Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Geschäftsführung Verena Strasoldo
Elbchaussee 215
22605 Hamburg
Telefon: 040 880 80 51
Telefax: 040 880 10 71
E-Mail: info@jung-stiftung.de