Berufspolitik

"Ärzte kooperieren nicht bei Pflege von Demenzkranken"

HANNOVER (cben). Der Sozialdezernent der Region Hannover, Erwin Jordan (Grüne), kritisiert die "mangelnde Kooperationsbereitschaft" der niedergelassenen Ärzte in der Region bei der ambulanten Versorgung von Demenzpatienten.

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Die Region bemühe sich zwar um den Ausbau ambulanter Angebote der gerontopsychiatrischen Pflege. Doch diese Anstrengung werde von der bislang ungenügenden Kooperationsbereitschaft niedergelassener Ärzte untergraben, hieß es. "Ohne ihre Mitarbeit aber lässt sich unser Grundsatz ,ambulant vor stationär‘ nicht lückenlos umsetzen", sagte Jordan bei der Vorstellung des Pflegeberichtes 2007 der Region Hannover.

Auch die stationäre Pflege sei nicht angemessen auf die steigende Zahl der gegenwärtig 16 000 Demenz-Kranken vorbereitet. Obwohl mehr als die Hälfte der in Pflegeeinrichtungen lebenden Menschen an Demenz erkrankt sind, arbeiten nur 30 Prozent der Einrichtungen mit gerontopsychiatrischen Betreuungskonzepten.

Zudem sind die meisten Gebäude architektonisch noch nicht an die Bedürfnisse der Demenzkranken angepasst. Jordan stellte in Frage, ob Ärzte, Pflegekräfte und Sozialarbeiter in Krankenhäusern ausreichend über die ambulanten Angebote informiert sind. Immerhin gingen 2007 laut Pflegebericht 58 Prozent der Menschen nach einer stationären Therapie direkt in ein Pflegeheim.

Die Region Hannover ist ein Kommunalverband, in dem Ende 2001 die Stadt und der Landkreis Hannover verschmolzen wurden.

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