Schleswig-Holstein

Ärzteverbände kritisieren Krebsregister

Veröffentlicht: 24.11.2014, 11:00 Uhr

BAD SEGEBERG. Die KV Schleswig-Holstein wünscht sich ein Klinisches Krebsregister nach Hamburger Vorbild. Der vorliegende Gesetzentwurf im eigenen Bundesland dagegen sorgt für Dissens mit der Landesregierung.

"Die Konstruktion dieses Entwurfs wird am Ende ihren Zweck nicht erfüllen können und Chancen sind vertan", befürchtet KV-Chefin Dr. Monika Schliffke.

Sie kündigte eine mit den Berufsverbänden abgestimmte Stellungnahme und Interventionen im Gesetzgebungsprozess an.

Die Kritik entzündet sich an der nach KV-Auffassung fehlenden zeitnahen Bereitstellung von Daten für Behandler, Tumorboards und Fallkonferenzen.

"Dazu braucht man eine elektronische Tumorfallakte, die OP-Daten, Histologie, Strahlentherapie und , Chemotherapie patientenbezogen beinhaltet", sagte Schliffke.

Die genannten Items sind verpflichtende Meldeanlässe, und die technische Umsetzung wäre möglich mit entsprechenden Behandler-Logins.

Im bisherigen Entwurf ist dies aber nicht vorgesehen - im Gegensatz zum Krebsregistergesetz in Hamburg.

Schliffke nannte aber auch Niedersachsen und Berlin/Brandenburg als mögliche Vorbilder, wo das klinische Krebsregister als unabhängiges Modul in ein Institut der Ärzteschaft eingebettet werden soll - wie es auch im Norden von der Ärzteschaft vorgeschlagen war. Dieses Angebot, so Schliffke, gelte weiterhin.

Sie vermisst am Gesetzentwurf außerdem Hinweise auf die Etablierung von Fachkommissionen, die etwa eine fachliche Steuerungsfunktion übernehmen könnten.

"Stattdessen beansprucht das Ministerium für sich die Fachaufsicht und möchte sich dazu 2,5 Stellen von der GKV refinanzieren lassen. Das ist ein Novum in der Gesetzeslandschaft und kaum nachvollziehbar", sagte Schliffke. (di)

Mehr zum Thema

Umfrage

Deutsche sehen Krankenhausreform skeptisch

Barmer prangert an

Arzneimitteltherapie oft „im Blindflug“

Das könnte Sie auch interessieren
Prof. Florian Langner ist Oberarzt am Zentrum für Onkologie, II. Medizinische Klinik und Poliklinik des UKE Hamburg

„ÄrzteTage extra“-Podcast

Thromboseprophylaxe und COVID-19

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Leo Pharma GmbH, Neu-Isenburg
Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

CAT-Algorithmus

Aktuelle GTH-Empfehlung zur Thromboseprophylaxe bei COVID-19

Anzeige
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Wie viele Pillen sind geboten? Der Arzneireport der Barmer weist auf das ungelöste Problem der Polypharmazie hin.

Barmer prangert an

Arzneimitteltherapie oft „im Blindflug“

Viele Krankenpflegekräfte mussten während der Hochzeit der Pandemie unter erschwerten Bedingungen arbeiten.

Einmalzahlung

Corona-Bonus auch für Pflegekräfte in Kliniken

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden