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Bremen

"Ergänzungsversorgung auf hohem Niveau"

Bremen plant ein Zentrum, in dem Erwachsene mit geistiger und mehrfacher Behinderung betreut werden.

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BREMEN. Bremen will ein Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit geistiger und schwer mehrfacher Behinderung (MZEB) schaffen.

"Viele der erwachsenen Betroffenen fehlt die medizinische und psychologische Bereuung", sagt Dr. Burkhard Mehl, der das sozialpädiatrische Zentrum für behinderte Kinder am Klinikum Bremen Mitte leitet.

"Wenn unsere Patienten aber volljährig werden, können sie nach Betreuung im Kinderzentrum zum Teil ins Leben entlassen werden, zum Teil brauchen sie aber weitere spezielle Betreuung."

Hier soll die Arbeit des MZEB ansetzen. Ein Konzept einer Arbeitsgruppe aus Politik, Ärztekammer und Verbänden der Behindertenhilfe liege vor. Nun müsse der Gesetzgeber noch zustimmen.

"Seit 2011 liegt ein von der Bundesärztekammer anerkanntes Curriculum zur Fortbildung ,Medizinische Betreuung von Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung‘ vor", heißt es in einer Anlage zum Sachstandsbericht des Bremer Senats.

Dieses ist laut Bericht bundesweit bisher von rund 100 Ärzten wahrgenommen worden. Im Land Bremen habe allerdings noch kein Arzt diese Fortbildung absolviert.

Nur zwei große Zentren

Derzeit bieten bundesweit nur zwei große Zentren für Behinderte in Mosbach und Kehl-Kork MZEB-artige Strukturen an. Allerdings ist die Finanzierung offenbar denkbar knapp. Das soll nun anders werden.

Auf Antrag Bremens hat die Gesundheitsministerkonferenz (GMK) der Länder im Juni einen Beschluss für eine Gesetzesänderung gefasst, die noch in diesem Jahr umgesetzt werden soll, erklärt Mehl. Die Länder würden demnach ermächtigt, die Finanzierung für die Zentren zu klären und sie einzurichten.

Bremens Gesundheitssenator, Dr. Hermann Schulte-Sasse unterstütze ein MZEB an der Weser. Konkret geht es um die Erweiterung des Paragrafen 119 ("Sozialpädiatrische Zentren") um einen Absatz c, um ein MZEB finanzieren zu können, erklärt Mehl.

Deutschland habe im Jahr 2009 die UN-Behindertenrechtskonvention (UNBRK) ratifiziert "und sich damit dazu verpflichtet, Menschen mit Behinderungen angemessene medizinische Versorgung zu ermöglichen", so Mehl.

Außerdem sehe der Koalitionsvertrag auf Bundesebene es ausdrücklich, dass die gesetzliche Grundlage für einen neuen Pararafen 119 c geschaffen werden soll.

Auf Überweisung von Ärzten tätig

An dem Bremer MZEB sollen mehrere siebenköpfige Teams aus Fachärzten, Psychologen, Logopäden, Sozialarbeitern, Pflegern oder Verhaltenstherapeuten multiprofessionell die Patienten versorgen.

"Diese besondere Versorgung ist nötig, weil viele der Betroffenen zum Beispiel ihre Beschwerden nicht ausdrücken können", sagt Mehl. "Oder sie können sich nicht entkleiden." Die Folge in der Regelversorgung: "Überdiagnosen aus Verzweiflung".

Künftig soll das MZEB auf Überweisung von niedergelassenen Haus- oder Fachärzten tätig werden. "Wir machen Ergänzungsversorgung auf hohem Niveau", sagt Mehl. Wie viele Patienten im Bremer MZEB behandelt werden, sei noch unklar.

"500 bis 600 werden aus dem Sozialpädiatrischen Zentrum kommen." Bundesweit werden rund 250.000 Kinder und Jugendliche in Sozialpädiatrischen Zentren versorgt. (cben)

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