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Fondsinitiatoren führen Anleger auf einen risikobehafteten Holzweg

In der Finanzkrise verlieren klassische Anlageprodukte wie Immobilien- und Schiffsbeteiligungen an Beliebtheit. Eine Alternative könnte die neue Produktgattung Waldfonds sein.

Von Richard Haimann Veröffentlicht:

In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres verzeichneten die Initiatoren geschlossener Fonds bereits Absatzeinbrüche von bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Seit die Börsen im Oktober vehement auf Talfahrt gingen, hat sich die Situation weiter verschlechtert.

Nach einer Umfrage von Feri Euro-Rating erwarten 75 Prozent der Fondsanbieter und Vertriebsgesellschaften, dass sich die weltweite Wirtschaftskrise auch 2009 negativ auf den Verkauf von Immobilien-, Schiffs- und Private-Equity-Fonds auswirken wird. Positiv gestimmt sind immerhin 40 Prozent der Emissionshäuser jedoch für die neue Produktgattung der Forstfonds.

Investoren haben Wälder in USA und Osteuropa im Visier

Vom US-Immobilienfondsspezialisten Jamestown bis hin zu dem ursprünglich im Schiffsfondssegment wurzelnden Hamburger Initiator Nordcapital haben namhafte Anbieter von Beteiligungsmodellen Waldfonds aufgelegt. Die Mindestbeteiligung beträgt in der Regel 20 000 US-Dollar oder 15 000 Euro zuzüglich fünf Prozent Agio. Die Initiatoren wollen Forstgrundstücke in den USA, zum Teil auch in Skandinavien oder Osteuropa erwerben.

Holz stellt für Fondsmanager krisensicheres Investment dar

Sie setzen darauf, dass Holz als Brennstoff und Baumaterial ein langfristiges krisensicheres Investment darstellt. Als Kronzeugen führen sie gern die Vereinten Nationen an, die in einer Studie eine Verdoppelung des Holzpreises in den nächsten 30 Jahren prognostiziert haben - allerdings vor Beginn der gegenwärtigen Konjunkturkrise.

Gegenüber zahlreichen anderen Fondsarten hätten die Forstprodukte jedoch tatsächlich einen "gewissen Charme", urteilt Beatrix Boutonnet, Analystin beim Branchendienst Fondstelegramm.de: "Sind die Holzpreise im Keller, werden die Bäume nicht geschlagen, sondern wachsen weiter und sammeln so zusätzliche Werte für die Ernte in ertragreicheren Zeiten an." Anders als bei Immobilien- und Schiffsfonds, die aus Miet- und Chartererträgen jährlich Ausschüttungen leisten, können Anleger bei Waldfonds deshalb jedoch nicht damit rechnen, jedes Jahr eine Auszahlung zu erhalten. Boutonnet: "In Waldfonds sollte nur Kapital investiert werden, das nicht regelmäßige Erträge erwirtschaften muss."

Die meisten Fonds sind mit Laufzeiten von zehn bis 15 Jahren konzipiert. Die Initiatoren behalten sich in der Regel jedoch vor, die Laufzeit zu verlängern, sollten die Preise von Forstgrundstücken zum vorgesehenen Zeitpunkt der Fondsauflösung am Boden liegen.

Davon ist in den USA bislang nichts zu spüren, obwohl durch die Eigenheimkrise die Nachfrage nach dem Baustoff Holz drastisch eingebrochen ist. Der Holzpreis-Future, der Random Length Lumber, ist an der Warenterminbörse in Chicago im vergangenen Jahr um rund 35 Prozent gefallen.

Hingegen sind die Preise von Forstgrundstücken im Süden der Vereinigten Staaten von Anfang 2007 bis Mitte des vergangenen Jahres nach einer Studie des Brancheninformationsdienstes Timberland South von 3200 US-Dollar (ca. 2350 Euro) pro Hektar auf mehr als 3600 US-Dollar (ca. 2640 Euro) pro Hektar gestiegen. Das könnte auf eine Spekulationsblase bei Forstgrundstücken deuten.

Jamestown-Geschäftsführer Markus Derkum führt den Preisanstieg jedoch auf "neue Bewirtschaftungsmethoden" zurück: "Die Mengenmaximierung hochwertiger Holzqualitäten hat zu Wertsteigerungen bei Forstgrundstücken geführt."

Brennt der Wald, ist für viele Anleger das Geld verbrannt

Viele Waldfonds verfügen wegen der hohen Prämienforderungen der Assekuranzen nicht über eine Elementarschadenversicherung. Das Anlegerkapital ist damit nicht geschützt, sollte ein Waldbrand oder ein Sturm große Teile der Baumbestände zerstören.

"Elementarversicherungen sind branchenunüblich", sagt Derkum. Statt dessen würden die Verwaltungsgesellschaften durch regelmäßige Unterholz- und Totholzbeseitigung, die Pflege breiter Schneisen und Zufahrtswege sowie Forstbegehungen nach Gewittern die Ausbreitung von Waldbränden verhindern - das Risiko wird dadurch aber nicht beseitigt.

Allgemeine Leasing: www.kgal.de

Deutsche Fondsholding: www.dfh-ag.com

Jamestown: www.jamestown.de

Nordcapital: www.nordcapital.de

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