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Anlagen-Kolumne

Fremdwährungen - Versicherung für Anleger aus Europa

Das Gewicht der Währungen zueinander scheint sich aktuell zu verschieben. Eine Investition in Fremdwährungen ist durchaus eine Option - bei guter Auswahl.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Derzeit gibt es weltweit 160 offiziell Währungen, und unter den Ländern mit den höchsten Devisenreserven befinden sich sieben Schwellenländer. Länder mit gesunden Staatshaushalten sind oftmals rohstoffreich (Beispiel: Lateinamerika) oder produzieren Waren für die Welt (Asien).

Für viele Anleger ist die hohe Schuldenlast und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Euroraum der Anlass, Geld in anderen Währungen zu parken. Der Zins ist dabei nicht entscheidend. Beliebt ist nach wie vor der Schweizer Franken. Dieser wird zwar seit einiger Zeit unter größter Anstrengung von der Schweizer Notenbank an den Eurokurs gekoppelt, gilt aber immer noch als Fluchtwährung.

Skandinavische Währungen, der kanadische sowie der australische Dollar profitieren hingegen von den Erlösen aus Rohstoffexporten. China hat die größten Devisenreserven der Welt, gefolgt von Japan, Saudi-Arabien und Russland.

Zu teuer im Vergleich zur Kaufkraft sind aktuell die japanische, dänische, schwedische, aber auch die norwegische Währung. Unterbewertet sind mittlerweile wieder einige der Schwellenländer. Diese dürften weiterhin interessant sein, zudem ist der Zins deutlich höher als bei vielen Industrieländern.

Seit Jahren verbessert sich im Gegensatz zu vielen europäischen Staaten die Bonität von Ländern wie der Türkei. Mittlerweile haben viele dieser Länder Ratings von Industrienationen erreicht oder sind nahe dran. Eine brasilianische Anleihe in Real rentiert bei etwa acht Prozent.

Eine Brasilienanleihe in US-Dollar hingegen nur bei etwa zwei bis drei Prozent pro Jahr. Wer also mehr Ertrag haben will, der muss das Währungsrisiko akzeptieren.

Brasilien hat mit einem BBB-Rating den gleichen Status wie Italien. Italien muss am Kapitalmarkt nahezu doppelt so hohe Zinsen für die Beschaffung von Euro bezahlen, da es mit negativem Ausblick bewertet wird. Die Verzinsung eines Währungskorbes mit Hartwährungen liegt je nach Land zwischen null und vielleicht vier Prozent.

Dennoch macht aktuell ein Korb an Währungen außerhalb des Euroraums Sinn - am besten über einen Fonds, der gestreut in verschiedene Währungsräume Geld verteilt. Hier steht nicht der Zins im Vordergrund, sondern die Versicherung, falls doch noch beim Euro etwas schief geht.

Dabei ist bei den einzelnen Angeboten genau zu unterscheiden, ob der Anleger wirklich die Währung bekommt oder einen Eurofonds, der Währungssicherung betreibt. Wer auf die Währungsentwicklung setzen will, der muss in Lokalwährungen investieren.

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