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Gebühren für Ratenkredite gehen ins Geld

Nehmen Ärzte ein Darlehen auf, lohnt ein Blick ins Kleingedruckte: Denn viele Banken berechnen bei einer vorzeitigen Kündigung hohe Bearbeitungsgebühren. Das lässt sich vermeiden.

Von Jürgen Lutz Veröffentlicht:
Wer den Ratenkredit vorzeitig kündigt, muss bei vielen Banken mit einer Gebühr von bis zu vier Prozent der Darlehenssumme rechnen.

Wer den Ratenkredit vorzeitig kündigt, muss bei vielen Banken mit einer Gebühr von bis zu vier Prozent der Darlehenssumme rechnen.

© Pulwey / fotolia.com

NEU-ISENBURG. Wer einen Ratenkredit abschließen will, sollte eine Bank wählen, die keine Bearbeitungsgebühr verlangt. Sonst werden bei einer vorzeitigen Kündigung des Darlehens bis zu vier Prozent der Kreditsumme fällig - obwohl einige Gerichte den Banken die Erhebung solcher Gebühren inzwischen verbieten.

Das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe hatte Banken jüngst untersagt, Bearbeitungsgebühren für Darlehensverträge zu erheben. Die Kunden dürften nicht dafür zur Kasse gebeten werde, dass die Banken ihre Bonität prüfen, da dies in deren eigenem Geschäftsinteresse sei.

Zuvor hatten die Oberlandesgerichte Bamberg und Dresden ähnlich entschieden; es gab aber auch Urteile zu Gunsten der Geldhäuser. Das OLG Karlsruhe hat die Revision zugelassen, sodass der Bundesgerichtshof in dieser Sache erstmals eine grundsätzliche Entscheidung treffen kann.

Banken rechtfertigen die Bearbeitungsgebühr

Die Banken weisen die Kritik an den Bearbeitungsgebühren häufig mit dem Argument zurück, dass für den Vergleich der Kostenbelastung allein der Effektivzinssatz entscheidend sei. Und da die Gebühren in diesen Zinssatz einfließen, sei es letztlich gleichgültig, ob ein solcher Obolus erhoben würde oder nicht.

Ein Argument, das Max Herbst von der FMH-Finanzberatung für tückisch hält: "Die Banken erwähnen dabei nicht, dass die Bearbeitungsgebühr im Fall einer vorzeitigen Kündigung für den Kunden verloren ist. Und nicht selten beläuft sich diese Gebühr auf drei Prozent der Kreditsumme", so der FMH-Inhaber.

Hinzu komme die gesetzlich vorgeschriebene Vorfälligkeitsentschädigung von einem Prozent für die vorzeitige Kündigung, die seit Juni 2010 bei Ratenkrediten jederzeit möglich ist.

300 Euro Ersparnis bei einem 10.000-Euro-Kredit möglich

Herbst rät Ärzten, die jetzt einen Ratenkredit aufnehmen wollen, eine Bank zu wählen, die keine Bearbeitungsgebühr veranschlagt. Auf diese Weise müssten sie bei vorzeitiger Kündigung nur ein statt bis zu vier Prozent der Kreditsumme abschreiben, was bei einem 10 000-Euro-Kredit immerhin eine Differenz von 300 Euro ergibt.

"Wer einen günstigeren Kredit findet und umschulden will, ist mit dieser Kreditvariante ebenso besser dran wie jemand, der eine Honorarnachzahlung bekommt oder eine Erbschaft macht und den Kredit damit komplett tilgen will", so sein Fazit.

Um den Bankkunden eine Orientierung zu verschaffen, hat die FMH-Finanzberatung die Ratenkredit-Konditionen von rund 70 Banken ermittelt. Dabei zeigte sich: Nur etwa 30 Kreditinstitute erheben keine Bearbeitungsgebühr. Die meisten dieser Banken finden sich unter den Häusern, die ihre Kredite unabhängig von der Bonität der Kunden vergeben.

Dazu gehören Direktbanken wie ING-DiBa und netbank, aber auch viele PSD Banken, einige Sparda-Banken und andere Häuser. Bei den Banken, die eine Bearbeitungsgebühr erheben, liegen die Santander Consumer Bank sowie die Santander Direkt Bank mit 3,5 Prozent an der Spitze.

Ihnen folgen mit drei Prozent Deutsche Bank (online), HypoVereinsbank (online) und Postbank (online / Filiale) sowie readybank (Filiale), SWK Bank, Berliner Sparkasse und Credit-Discount (online).

Az. 17 U 192/10

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