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Anlagen-Kolumne

Ist Kupfer noch ein guter Indikator?

Von Jens Ehrhardt Veröffentlicht:

Mit Dr. Copper wird an der Börse der Preis des Industriemetalls Kupfer bezeichnet. Dem Preis wird wegen seiner hohen Korrelation eine Indikatorfunktion für Konjunktur und Börse zugesprochen.

Der Hintergrund ist einfach: Kupfer wird überall in der Industrie benötigt, ob im Haus- oder Autobau, ob in der Energieversorgung oder in Elektronikartikeln, überall ist das Metall im Einsatz. Damit lassen sich Rückschlüsse auf die wirtschaftliche Nachfrage ziehen.

Derzeit gibt es allerdings gegenläufige Entwicklungen, die sich in die eine oder andere Richtung auflösen sollten. Der Kupferpreis fiel seit Mitte 2011 deutlich und koppelt sich damit von der allgemeinen Börsenentwicklung ab.

Es stellt sich die Frage, ob die Börsen als Zufluchtsort für Anleger auf der Suche nach Rendite und Sachwerten eine außergewöhnliche Entwicklung vollziehen und vor dem Hintergrund der reichlichen Notenbankliquidität die Konjunkturentwicklung nicht "richtig" widerspiegeln? Oder gibt es Sonderfaktoren, die den Kupferpreis drücken.

Analysten nennen dafür zwei Gründe: In China sollen lange Zeit umgemeldete Kupferbestände das Angebot erhöht haben und der Trend von Kupferrohren hin zu Plastikrohren im Hausbau drückt die Nachfrage. Diese Beobachtungen haben ihre Berechtigung, aber folgende Punkte stehen dem entgegen.

Das deutsche BIP-Wachstum, welches wegen des hohen Exportanteils ein ähnlich guter Indikator für die Weltkonjunktur ist, hat immer noch eine sehr gute Korrelation zu Dr. Copper und bestätigt die Abschwächung seit 2011. Gleiches gilt für die globale Kreditvergabe, die sich weiter abschwächt.

Hinzu kommt, dass andere Metalle, wie Aluminium, sich ähnlich zu Kupfer entwickeln. Es können also nicht nur die Sonderfaktoren eine Rolle spielen. Sollten die Aktienmärkte doch der bessere Indikator sein und eine sich bessernde Konjunktur signalisieren, dann müsste dank der niedrigen Zinsen die Kreditnachfrage ansteigen, und der Wohlstandseffekt durch den starken Aktienmarkt könnte die Ausgaben ankurbeln.

In diesem Fall hätte der Kupferpreis wohl deutliches Nachholpotenzial. Erweist sich diese Annahme als falsch und sind die Börsen kurzfristig zu heiß gelaufen, wie auch die Stimmungsindikatoren vermuten lassen, dann dürfte der Aktienmarkt korrigieren.

Es könnte für Investoren eine Strategie sein, mit Optionen gleichzeitig auf steigende Kupferpreise und fallende Aktienmärkte zu setzen. Eine der beiden Investitionen sollte aufgehen und die Verluste der anderen überkompensieren.

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