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Anlagen-Kolumne

Mit Sachwerten auf die Inflation reagieren

Auch wenn der Goldpreis stark schwankt, kann dieser Sachwert zur Depotstabilisierung in kleiner Dosis helfen.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Ein Jahrzehnt erleben wir nun Inflationstreiber wie aus dem Lehrbuch, die bisher nur die Vermögenspreise, z. B. Immobilien und Aktien, steigen ließen. Da die Verbraucherpreise nun auch mit Raten um zehn Prozent zulegen, muss die US-Notenbank jetzt reagieren. Für die kommenden ein bis zwei Jahre wird die Notenbankbilanz gekürzt, d.h. Geld aus dem Markt genommen und zusätzlich die Zinsen deutlich nach oben gesetzt.

Ein Blick in die Wirtschaftsgeschichte der USA zeigt, dass in früheren Hochinflationsphasen die Verbraucherpreise mehrmals mit einer Jahresrate zwischen null und über zehn Prozent schwankten. Die Notenbankzinsen blieben in den 1940er Jahren wegen des kriegsbedingt hohen Staatsdefizits der USA relativ niedrig, in den 1970er Jahren wurde die Inflation hingegen mit stark steigenden Zinsen bekämpft.

Nach Hochinflationszeiten steigt Gefahr einer Rezession

Dem Konsumenten wird in inflationären Zeiten die Kaufkraft abgeschöpft, Firmen mit höheren Lohnforderungen und Zinskosten belastet. Eine Erkenntnis aus früheren Hochinflationszeiten ist, dass in den Folgejahren die Gefahr einer Rezession steigt. Rezessionsbedingt ging die Inflation zunächst zurück, um bald wieder deutlich anzusteigen. Weil fallende Verbraucherpreise (Deflation) politisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll sind, wird es auch in Zukunft maximal nur eine kurze Zeit der Entspannung für den Verbrauchergeldbeutel geben.

Inflationsschutz in unterschiedlichen Ausprägungen bei der Geldanlage bieten Sachwerte. Jedoch können Sachwertpreise auf steigende Zinsen negativ reagieren. Immobilien sind zumindest beim Kauf hoch fremdfinanziert. Fürs Depot muss man sich nach Werten umschauen, die einen hohen inneren Sachwertcharakter mit geringer Verschuldung aufweisen.

Zudem sollte ein krisenfestes Geschäftsmodell mit Wettbewerbsvorteilen und hohem Nutzwert vorhanden sein. Auch wenn der Goldpreis stark schwankt, kann dieser Sachwert zur Depotstabilisierung in kleiner Dosis helfen. Zinspapiere dürften kaufkraftbereinigt ein Verlustgeschäft bleiben, was deren Langfristgewichtung auf ein notwendiges Mindestmaß begrenzt.

Gottfried Urban ist Geschäftsführer der Urban & Kollegen GmbH. Er ist mehrfach für seine Leistungen in der Vermögensverwaltung ausgezeichnet worden.

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