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Neue Chancen auf dem Policen-Zweitmarkt

Eine neue Möglichkeit, in den USA in gebrauchte Lebensversicherungen zu investieren, gibt es jetzt für Anleger.

Von Patrick Hagen Veröffentlicht:
Versicherte, die wissen oder glauben, dass sie nicht mehr lange leben, verkaufen in den USA gern ihre Lebensversicherung. Die Policen landen dann auf dem Zweitmarkt für Investoren.

Versicherte, die wissen oder glauben, dass sie nicht mehr lange leben, verkaufen in den USA gern ihre Lebensversicherung. Die Policen landen dann auf dem Zweitmarkt für Investoren.

© Foto: Thaut Images@www.fotolia.de

Der Zweitmarkt für US-amerikanische Lebensversicherungen bietet Privatanlegern neue Perspektiven. Das Vertriebsunternehmen Wizard und die US-Firma Mosaic bieten die Möglichkeit, Geld in ein individuell zusammengestelltes Portfolio aus Policen an US-Lebensversicherungen zu investieren. Bisher konnten deutsche Privatanleger vor allem über geschlossene Fonds in US-Policen investieren. Dabei ist das Geld für zehn Jahre oder mehr fest angelegt. Das sogenannte CascadePortfolio soll es Kunden dagegen erlauben, regelmäßig Geld zu entnehmen.

Policen-Zweitmarkt entstand im Zuge der HIV-Epidemie

Der Zweitmarkt für Lebensversicherungen ist in den USA in den 80-er Jahren entstanden. An Aids erkrankte Kunden verkauften ihre Policen, um sich die teuren Medikamente leisten zu können. Die Aufkäufer bezahlten die Prämien weiter und erhielten dafür im Todesfall die Versicherungssumme. Die Höhe der Rendite hängt bei solchen Policen von der Lebensdauer des Versicherten ab. Je früher er stirbt, desto höher ist die Rendite.

Mittlerweile bekommen die Aufkäufer die Verträge nicht mehr von schwer kranken Kunden angeboten, sondern vor allem von Senioren. In den USA können bis ins hohe Alter Risikopolicen abgeschlossen werden. "Wir bevorzugen Versicherte ab 72 Jahren", sagt Andrew Murphy, Vizepräsident von Mosaic. Die Firma arbeitet mit Spezialfirmen zusammen, die den Gesundheitszustand des Versicherten prüfen und eine Einschätzung zur Lebenserwartung liefern.

Bei deutschen Lebensversicherungen, die auch auf dem Zweitmarkt gehandelt werden, handelt es sich um Kapitallebensversicherungen und nicht um Risikopolicen.

Wizard und Mosaic stellen Anlegern eine Rendite zwischen acht und zwölf Prozent jährlich in Aussicht und wollen vom derzeitigen Misstrauen gegen börsenabhängige Investments profitieren. "Die Todesfallleistung einer Police ändert sich nicht, nur weil der Aktienmarkt abstürzt", sagt Murphy.

Die Mindesteinlage beträgt 50 000 Euro

Die Investition in die amerikanischen Lebensversicherungen ist aber nicht ohne Risiko für Anleger. Nach dem Ankauf zahlt Mosaic die Prämien für die prognostizierte Lebenserwartung und weitere zwölf Monate. Lebt der Versicherte länger, müssen die Anleger für die Prämienzahlungen aufkommen. Für solche Fälle fließen drei Prozent des angelegten Geldes in einen Puffer. Ist dieser aufgebraucht, müssen die Investoren Geld nachschießen. Aus dem Puffer werden auch die Kosten bezahlt, die der Anbieter für das Portfoliomanagement berechnet. Dafür zahlen Anleger 0,5 Prozent der Investitionssumme.

Stirbt ein Kunde und die Todesfallsumme wird ausgezahlt, wird als erstes der Puffer aufgefüllt. Den Rest des Geldes können die Anleger entnehmen, oder es wird automatisch neu investiert. "Entscheidend für die hohe Rendite ist die Wiederanlage des Geldes", sagt Murphy. "Investiert der Kunde in mehr Policen, gibt es auch mehr Auszahlungen."

Das Angebot richtet sich an wohlhabende Privatpersonen und professionelle Investoren. Die Mindesteinlage ist mit 50 000 Euro entsprechend hoch.

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