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Anlagen-Kolumne

Neue Schwellenländer: Investments für das Jahr 2020!

In etablierten Märkten ist nicht mehr viel Geld zu holen. Anders sieht das in der neuen Generation von Schwellenländern aus.

Von Gottfried Urban Veröffentlicht:

Es ist kein Geheimnis: Die Wirtschaft in den etablierten Märkten verliert langfristig allein schon aufgrund der demografischen Entwicklung Jahr um Jahr an Schwung. Die Industrienationen sind buchstäblich in die Jahre gekommen und ächzen zudem unter einer gigantischen Schuldenlast.

Ganz anders die Lage in Schwellenländern. Dank der jungen Bevölkerung, meist reicher Rohstoffvorkommen und günstiger Investitionsbedingungen weisen diese kräftiges Wachstum auf. Neben China und den anderen BRIC-Staaten (Brasilien, Russland und Indien) sollte man eine neue Generation von Schwellenländern zusätzlich ins Depot nehmen und Gewinne bei etablierten Schwellenländern mitnehmen. Viele der bekannten Schwellenländermärkte sind sehr gut gelaufen und trotz guter Aussichten nicht mehr billig.

In der zweiten Reihe, den Frontier-Staaten sind hingegen die Preise noch interessant. Die "Frontier-Staaten" gelten als "Schwellenländer von morgen". Zu dieser Gruppe werden vor allem die Länder des Nahen Ostens gerechnet, einige Länder aus Afrika, Zentralasien und Südosteuropa sowie aus Asien und Lateinamerika. Viele dieser Länder befinden sich derzeit in einem vergleichbaren Stadium, wie einige bekannte große Schwellenländer vor zehn bis 15 Jahren. Zahlreiche verbraucherorientierte Unternehmen in den neuen Schwellenländern sind zudem auf die Binnenwirtschaft konzentriert. Dieser Umstand macht die Frontier Markets relativ unabhängig von den etablierten Volkswirtschaften.

Brasilien, Russland, Indien und China gelten heute in vielen Depots als gesetzt. Auch institutionelles Geld fließt in diese Länder, da Investoren erkannt haben, dass das Wirtschaftswachstum dort langfristig weit über jenem der ökonomisch etablierten Nationalstaaten liegen wird. Der Erfolg hat seinen Preis: Die Bewertungen sind im langfristigen Vergleich bestenfalls neutral. Die Frontier-Markets punkten demgegenüber mit günstigeren Bewertungsrelationen.

Und ein weiterer Faktor macht Investitionen in Frontier Markets als langfristige Anlage attraktiv: Während die BRIC-Börsen in den vergangenen zwölf Monaten um etwa 100 Prozent zulegen konnten, ist der Frontier Marktindex im Schnitt lediglich um 25 Prozent gestiegen. Vom Allzeithoch sind letztere noch 60 Prozent entfernt, während die BRIC Staaten nur noch etwa 20 Prozent unter dem Allzeithoch notieren. Beide weisen ähnliche politisch-gesellschaftliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen auf.

Doch auch hier gilt: Wer das Risiko scheut, der streut! Der Anteil der neuen Schwellenländer sollte in einem Aktiendepot nicht höher als zehn Prozent sein. Am besten setzen Privatanleger auf Investmentfonds wie den "Templeton Frontier", der mit einer extrem guten Streuung besticht und von Investmentlegende Mark Mobius verwaltet wird. Um Länderzertifikate sollten Privatanleger einen Bogen machen. Diese eignen sich nur für ausgemachte Profis.

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