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Riesenrad-Fonds droht Bruchlandung

Mit dem "Global View" versprach die DBM-Fondsinvest ihren Anlegern hohe Renditen - doch bislang ist kein einziges Riesenrad gebaut, das Eigenkapital aber ist weg.

Von Richard Haimann Veröffentlicht:
Mit Riesenrädern sollten zweistellige Renditen erzielt werden. © Catia / fotolia.com

Mit Riesenrädern sollten zweistellige Renditen erzielt werden. © Catia / fotolia.com

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FRANKFURT/MAIN. Mit Riesenrädern in Berlin, Peking und Orlando wollte DBM-Fondsinvest seinen Anlegern Ausschüttungen von "mindestens zehn Prozent vor Steuern pro Jahr" bescheren. Jetzt fürchten die rund 10 000 Anteilseigner um ihr Geld. Denn der 2006 aufgelegte geschlossene Fonds "Global View" scheint vor dem Aus zu stehen.

"Die Anleger sind entsetzt, wie dilettantisch mit ihrem Geld umgegangen wurde", sagt Rechtsanwältin Katja Fohrer von der Münchner Kanzlei Mattil, die zahlreiche Anteilseigner vertritt. Die 208 Millionen Euro Eigenkapital der privaten Investoren, darunter zahlreiche Ärzte, wurden bereits fast vollständig für den Kauf von Grundstücken und Projektentwicklungsarbeiten ausgegeben. Dennoch steht bislang kein einziges der bis zu 175 Meter hoch geplanten Riesenräder. Und ob jemals eines gebaut wird, ist zweifelhaft.

Denn der Initiator, eine Tochter der zum ABN-Amro-Konzern gehörenden Bank Delbrück Bethmann Maffei, hat weder vorab die Baukosten vertraglich festgezurrt, noch sich die nötigen langfristigen Kredite bei den Banken gesichert. Jetzt ist kein Geld da, um die Projekte voranzutreiben. "Mit begrenzten Eigenmitteln und ohne gesicherte Finanzierung gleich drei Baustellen auf einmal aufzumachen, ist russisches Roulette mit drei Kugeln im Trommelrevolver", kritisiert Beatrix Boutonnet vom Branchendienst Fondstelegramm.de.

Der Geschäftsführer der DBM-Fondsinvest, Christian Harreiner, gibt sich trotz allem optimistisch: "Wir sind hoffnungsfroh, langfristig mit dem Fonds noch in die schwarzen Zahlen zu kommen." Allerdings hat sich die Lage zuletzt dramatisch verschärft. Die Hypo-Vereinsbank (HVB) hat als Kreditgeber der Pekinger Fonds-Projektgesellschaft die Darlehen gekündigt. Die verpfändeten Anteile der Projektgesellschaft wurden als Sicherheit genommen.

Viel zu verwerten hat die HVB damit nicht: Eigentlich sollte sich das Riesenrad in der chinesischen Hauptstadt bereits zur Olympiade 2008 drehen. Bislang wurde aber nur das Betonfundament gegossen. Damit ist der Fonds im fernen Osten allerdings viel weiter als in Deutschland oder in Florida. In Berlin und Orlando wurden lediglich die Grundstücke erworben, mit den Bauarbeiten wurde noch längst nicht begonnen.

Für den Bau des Riesenrads am Berliner Zoo sucht die DBM-Fondsinvest jetzt einen günstigen Generalunternehmer. "Wir führen Gespräche mit potenziellen neuen Baupartnern, um die Kosten zu senken", sagt Harreiner. Zudem werden neue Kreditgeber gesucht. Doch das ist in der gegenwärtigen Konjunkturlage schwierig. "Keine Bank will jetzt riskante Projekte finanzieren", sagt Fondstelegramm-Expertin Boutonnet.

Denn auch der erste Riesenrad-Fonds des Initiators ist in Schieflage. Der 165 Meter hohe und 150 Meter durchmessende "Singapore Flyer" dreht sich zwar seit Februar 2008 im asiatischen Stadtstaat. Doch die Besucherzahlen liegen hinter den Erwartungen zurück. Von den prognostizierten Ausschüttungen von bis zu 19 Prozent pro Jahr haben die Anleger bislang nichts gesehen.

Für ihre Mandanten des "Global View"-Fonds will Anwältin Fohrer nun Schadensersatzklagen gegen jene Banken erheben, die das Beteiligungsmodell vertrieben haben (wir berichteten): "Die Institute hatten ihren Kunden verschwiegen, dass sie zehn Prozent deren Geldes als Provision kassieren." Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofs (Az.: XI ZR 56/05) könnten die Anleger daher "die gesamte Erstattung ihres investierten Kapitals von den Banken verlangen", sagt Fohrer.

Die Deutsche Bank, einer der Hauptvertriebspartner von DBM-Fondsinvest, weist die Vorwürfe allerdings zurück: "Wir haben die Anlageberatung auf Grundlage der im Prospekt genannten Angaben vorgenommen und die Chancen und Risiken ausführlich beleuchtet", sagt ein Sprecher. Auf den Seiten 121, 123 und 167 des Emissionsprospekts seien die Provisionszahlungen explizit aufgeführt.

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