Gesundheitsvorsorge

Ärzte wollen intensiver impfen

Konkrete Vorschläge machen zwei Ärzteverbände für eine konsequente Impfstrategie.

Veröffentlicht: 28.10.2019, 05:02 Uhr

In einer gemeinsamen Initiative wollen der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) und der NAV Virchowbund die Impfprävention stärken. Dazu liegt ein Forderungspaket von ihnen vor. Die Ärzte sehen sich in der Pflicht, ihre Patienten besser und intensiver zum Impfen zu beraten und zu motivieren. Sie postulieren:

  • Abrechnung: Impfberatung generell auch in Kombination mit kurativen Leistungen.
  • Fachübergreifendes Impfen für alle STIKO-empfohlenen Impfungen.
  • Stärkere Einbindung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, regelmäßiges Aufsuchen der Amtsärzte von Schulen zur Überprüfung von Impfpässen.

Die Möglichkeiten durch die Digitalisierung werden als Chance gesehen, eine konsequente Impfstrategie durchzusetzen:

  • Einführung elektronischer Impfpässe in Verbindung mit einem individualisierbaren Impf-Informations-System, etwa nach dem Vorbild der American Immunization Registry Association (AIRA); Erweiterung der KV-Impfsurveillance durch individualisierte Beratungs- und Informationskomponenten.
  • Einführung eines automatisierten Erinnerungs-Managements (Recall), verbindlich für die Krankenkassen vorgeschrieben.

Notwendig seien auch konkrete Maßnahmen gegen Impfgegner und irreführende Informationen:

  • Wirksame Sanktionen, Strategien und Gegen-Kampagnen gegen Impfgegner und Faktenverdreher im Internet, gemeinsames Vorgehen von Bundesregierung und EU.
  • Breite Informationsoffensive in audiovisuellen Medien und im Internet gegen Argumente der Impfgegner.
  • Ausbau der Versorgungsforschung, jährliches Reporting der Entwicklung von Impfraten.

Die beiden Verbände halten Impfgegner und die durch sie verbreiteten Fehlinformationen für eine erhebliche Gefahr und berufen sich dabei auf die Weltgesundheitsorganisation, die Impfgegner jüngst „zu Recht als Bedrohung für die Weltgesundheit eingestuft“ habe. (HL)

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