Neue Wege der Prävention

Mikrobiom-Forscher erhält Vision-Zero-Award

Erstmalig haben die Veranstalter des Symposiums „Innovations in Oncology“ dieses Jahr den Vision-Zero-Award vergeben.

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Dr. Erik Thiele Orberg (Mitte) nimmt den Vision-Zero-Award von Professorin Diana Lüftner und Professor Michael Baumann entgegen.

Dr. Erik Thiele Orberg (Mitte) nimmt den Vision-Zero-Award von Professorin Diana Lüftner und Professor Michael Baumann entgegen.

© Fabian Matzerath

BERLIN. Erstmalig haben die Veranstalter des Symposiums „Innovations in Oncology“ dieses Jahr den Vision-Zero-Award vergeben. Der Preis würdigt Forschungsarbeiten, die dazu geeignet sind, die Zahl krebsbedingter Todesfälle deutlich zu reduzieren. Preisträger 2019 ist Dr. Erik Thiele Orberg von der Technischen Universität München.

Orberg widmet sich dem Zusammenhang zwischen dem intestinalen Mikrobiom und der Entstehung von Darmkrebs. Ein solcher Zusammenhang – etwa bei einer Kolonisation mit Bacteroides fragilis – sei bereits bekannt gewesen, sagte Professor Michael Baumann, Heidelberg, in der Laudatio.

Orberg habe bei seiner Arbeit in einem US-Forschungsteam darüber hinaus zeigen können, dass an der Entartung ein bakterielles Toxin beteiligt ist. Weiter hätten seine Studien bei Menschen mit Familiärer Adenomatöser Polyposis ergeben, dass ihr ohnehin erhöhtes Darmkrebsrisiko bei einer Kolonisation mit Bacteroides fragilis weiter steigt. „Damit haben die Arbeiten auch eine klinische Relevanz“, sagte Baumann. So könne man bei Anwesenheit von Bacteroides Früherkennungsmaßnahmen anpassen und die Vorsorge intensivieren.

Orberg ist an der TU München als Clinician Scientist tätig. Parallel zur Weiterbildung zum Facharzt für Innere Medizin, Hämatologie und Onkologie erforscht er u.a. den darmkrebspräventiven Effekt bakterieller Metabolite.

Über den Preis freut sich Orberg sehr: „Ich empfinde es als besondere Ehre, dass mich die Kommission als Preisträger auserwählt hat und damit auch mein Forschungsgebiet von führenden Onkologen als wichtig erachtet wird. Das bekräftigt mich in meinem Vorhaben, den Weg des Clinician Scientist weiterzugehen.“ (G. Löffelmann)

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