Neue Datenbank "Null-Euro-Ärzte"

Werden Ärzte mittelbar in ein schlechtes Licht gerückt?

DIE FRAGE

Veröffentlicht:

Sie haben heute in der "Ärzte Zeitung" über die neue Datenbank von Correctiv ("Null-Euro-Ärzte") berichtet. Meine Frage: Werden jetzt nicht die Ärzte, die transparent gemacht haben, woher sie Zahlungen bekommen haben, zumindest mittelbar in ein schlechtes Licht gestellt?

Ich bin eigentlich für Transparenz, weil die Teilnahme an sauberen Studien nichts Ehrenrühriges ist. Aber mittlerweile bin ich mir nicht mehr sicher, ob ich mich da gut positioniert habe...

DIE ANTWORT

Ärztinnen und Ärzte, die sich für eine Veröffentlichung im Rahmen des Transparenzkodex entschieden haben, können gegenüber ihren Patienten selbstbewusst argumentieren: Kooperationen von Medizinern mit der Industrie dienen der Entwicklung neuer Medikamente, der Verbesserung der Behandlung und der Information über neue Entwicklungen in der Arzneimitteltherapie.

vfa und FSA halten deshalb die Berichterstattung von Correctiv und SIEGEL ONLINE zu ihrer neuen Datenbank für problematisch. Denn hier wird Misstrauen gegen die Ärzte geschürt, die für eine bestmögliche Behandlung ihrer Patienten mit der Industrie zusammenarbeiten. Es wird der Eindruck erweckt, man könne nur Ärzten vertrauen, die sich nicht am Wissensaustausch mit forschenden Pharmafirmen beteiligen. vfa und FSA entgegnen: Ohne die Zusammenarbeit von Industrie und Medizinern gäbe es aber kaum Arzneimittelforschung in Deutschland und auch der notwendige Wissenstransfer könnte für die meisten Ärzte nicht mehr stattfinden. Das wäre zum Schaden von Patientinnen und Patienten, denn die Qualität ihrer medizinischen Versorgung würde leiden.

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