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"Der Wunsch-Kaiserschnitt ist eher ein Medienphänomen"

BERLIN (ami). Die Wunsch-Sectio ist eine Mär der Medien. Das legt eine Studie der Gmünder Ersatzkasse (GEK) nahe. Nur etwa 2,1 Prozent der Kaiserschnitte können auf den Wunsch der Patientin zurückgeführt werden.

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Die Empfehlung der Ärzte war dagegen für 60 Prozent der Frauen ausschlaggebend. Die Studie ergab zudem, daß sich Schwangere bessere Informationen über den Eingriff wünschen.

"Der Wunsch-Kaiserschnitt ist eher ein Medienphänomen", sagte Studienleiterin Professor Petra Kolip vom Institut für Public Health und Pflegeforschung der Uni Bremen bei der Vorstellung der Studienergebnisse in Berlin.

Den Anstieg der Sectio-Rate von 17 auf 27 Prozent von 1994 bis 2004 sieht sie darin begründet, daß Schwangere heute häufig älter seien und mehr Vorerkrankungen vorweisen würden als früher. Auch die Klinikorganisation spiele bei der Entscheidung eine Rolle.

An der Studie hatten sich 1339 GEK-Versicherte beteiligt, die 2004 per Kaiserschnitt entbunden wurden. Die Ergebnisse können nach Kolips Angaben als repräsentativ für die gesetzliche Krankenversicherung gelten.

Acht Prozent der Befragten nannten die Angst vor dem Geburtsschmerz als wichtigen Grund für den primären Kaiserschnitt. Er wird schon vor der Geburt geplant. Sieben Prozent gaben eine planbare Geburt und neun Prozent eine schnelle Geburt als wichtigen Grund an.

Nur 2,1 Prozent der Frauen nannten ausschließlich diese und keine medizinischen Gründe. Wichtiger Grund für einen Kaiserschnitt ist bei 60 Prozent der Befragten die Empfehlung durch den Arzt. "Das macht deutlich, welche wichtige Rolle den Ärzten als Berater zukommt", so Kolip.

Mit den Infos über einen Kaiserschnitt zeigten sich die Frauen überwiegend zufrieden. Einige Frauen forderten jedoch, daß Ärzte deutlicher machen sollten, daß ein Kaiserschnitt für jede Frau eine große Operation sei. So kommt die Studie zu dem Ergebnis, daß der Informationsbedarf von Frauen und ihren Partnern besser gedeckt werden müsse.

Ganz wichtig für die Betreuung sei die Hebamme, so GEK-Chef Dieter Hebel. Deshalb will die Kasse die Rolle der Hebammen stärken. Kolip wies allerdings daraufhin, daß die Hebammen besser geschult werden müßten, um bei der Geburtsvorbereitung auch über den Kaiserschnitt zu informieren.

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