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Ärzte benoten Weiterbildung besser

Die Qualität der Weiterbildung ist für die Kammern zwar noch immer eine Blackbox. Doch junge Ärzte haben diesen Abschnitt zuletzt besser beurteilt als im Jahr 2009.

Von Rebecca Beerheide Veröffentlicht:

NÜRNBERG. Junge Ärzte bewerten die Qualität ihrer Weiterbildung im Jahr 2011 positiver als noch 2009. Im Schnitt beurteilten die Ärzte ihre Arbeitszufriedenheit insgesamt mit der Note 2,4 - 2009 lag die Note noch bei 2,56.

Das zeigt die Evaluation der Weiterbildung, die auf dem Ärztetag vorgestellt wurde. An der Online-Umfrage, einem Projekt der Bundesärztekammer (BÄK) und der Landesärztekammern, haben 2011 von den 53.126 Ärzten in Weiterbildung 20.518 teilgenommen.

In allen sieben abgefragten Kategorien hat sich die Weiterbildung aus Sicht der jungen Ärzte verbessert, der größte Sprung ist im Abschnitt "Wissenschaftlich begründete Medizin" zu sehen.

Bekam dieser Bereich 2009 von den jungen Ärzten noch die Note 3,8, so liegt er 2011 bereits bei 3,3. Auch die Kategorien "Vermittlung von Fachkompetenz" (von 2,52 auf 2,3) und "Führungskultur" (von 2,45 auf 2,3) wurden besser beurteilt.

Allerdings gibt es Unterschiede zwischen den Ländern. Daher appellierte Dr. Franz-Joseph Bartmann, Vorsitzender der Weiterbildungsgremien bei der BÄK, an die Delegierten: "Die Ergebnisse müssen auf Länderebene ausgewertet und mit den Teilnehmern besprochen werden."

Das Beispiel Thüringen zeige, dass es sich lohne, in die Häuser zu gehen und dort die Ergebnisse zu diskutieren, sagte Dr. Sebastian Roy von der Ärztekammer des Landes. In Thüringen hat sich die Gesamtzufriedenheit von 2,3 auf 2,1 im Jahr 2011 verbessert.

Inhalte müssten an das Recht angepasst werden

Doch die Evaluation zeigt deutlichen Handlungsbedarf: Knapp ein Drittel der befragten Ärzte geben an, sie könnten die vorgeschriebenen Ruhezeiten während des Bereitschaftsdienstes nur sehr selten bis nie einhalten, bei rund 40 Prozent sei dies gelegentlich möglich.

90 Prozent der Weiterzubildenden sagten, es fielen Überstunden an, die bei etwa einem Drittel teilweise und bei einem Zehntel nicht dokumentiert würden.

Allerdings gab es bei der Teilnahme Barrieren: Da die Zugangscodes über die Weiterbildner ausgeteilt wurden, kann nicht sichergestellt werden, ob jeder Assistent über die Umfrage informiert wurde. Denn die Beteiligung in den Kammern ist sehr unterschiedlich.

Dies zu ändern, sei eine große Aufgabe für die BÄK, erklärte Bartmann. "Ziel ist es, dass die Kammern die jungen Ärzte betreuen und über den Stand der Ausbildungen informiert sind."

Die Befragung soll eine Grundlage für die Novellierung der Weiterbildung sein. Bartmann appellierte, nicht zu erwarten, man könne die Weiterbildungsordnung, die auf 122 Seiten abgebildet ist, komplett novellieren.

Viel mehr müssten die derzeitigen Inhalte flexibilisiert und an das Berufs- und Sozialrecht angeglichen werden. Ebenso stellte Bartmann neue didaktische Konzepte vor, so dass künftig keine Richtzahlen mehr für die Weiterbildung gelten sollen, sondern Lernziele formuliert werden.

Damit soll verhindert werden, dass die Weiterbildungszeit beispielsweise mit Operationen überfrachtet wird, die nicht von Assistenten ausgeführt werden. Diese Lernziele sollen an die Versorgungsrealität angepasst werden.

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